Pilgerstätte der Erschöpften

Um im Annapurna Nationalpark trekken zu gehen, musst du gezwungenermaßen von Kathmandu nach Pokhara fahren oder fliegen. Die Fahrt dauert etwa 7-9 Stunden und gleicht einer Achterbahnfahrt. Die Landschaft ist allerdings traumhaft und wir haben die Busfahrt so gut es ging genossen. In Pokhara angekommen, ruhten wir uns erstmal in unserem Hotel Blossom aus und fühlten uns hier sofort sehr wohl. Sowohl vor dem Poon Hill Trek als auch danach haben wir in Pokhara ein paar Tage verbracht und möchten unbedingt zurückkommen. In dem kleinen Örtchen gibt es noch so viel zu entdecken.

It’s rain o’clock

Das Wetter in Pokhara ist während der Monsunzeit ziemlich genau vorherzusagen – Sonnenschein am Vormittag, mittags zieht es sich zu, am Nachmittag platzen die Wolken auf. Für 2-3 Stunden regnet es heftig. Als wir vom Trek wiederkamen, war es dann genau andersherum – morgens heftiger Regen, mittags klarte es auf und am Nachmittag war es in der Sonne kaum auszuhalten. Bevor wir uns aufmachten zum Poon Hill Trek spazierten wir entlang des Sees, saßen in Cafés und machten ein paar letzte Besorgungen. Wenn das Trekking-Equipment noch nicht vollständig ist, gibt es in Pokhara alles, was das Herz begehrt für relativ wenig Geld, ähnlich wie in Thamel in Kathmandu.

Entlang des Ufers

Ein wunderschönes Fleckchen Erde ist der Phewa See nur wenige Gehminuten von der Hauptstraße entfernt. Entlang des Sees gibt es ein paar nette Cafés und im Gras am Ufer machten wir es uns bequem. Spektakuläre Sonnenuntergänge stehen hier an der Tagesordnung. In der Ferne prangt die weiße Friedenspagode auf den bewaldeten Bergen. Aus Zeitnot und ein wenig Faulheit haben wir sie allerdings nicht besucht. Auch ein Boot haben wir uns nicht ausgeliehen, um ans andere Ende des Sees zu fahren und schwimmen zu gehen. Nach dem Trek waren wir einfach geschafft und taten genau das, worauf unsere Körper Lust hatten.

Aua, diese Waden

…Worauf unsere Körper Lust hatten? Eine 90minütige Ganzkörpermassage mit anschließendem Saunabesuch! Hier ist das zwar nicht so günstig wie beispielsweise in Indonesien. Traumhaft aber allemal und sowas von entspannend. Vor allem unsere Waden waren uns danach mehr als dankbar 😉 Im Restaurant Fresh Elements gab es danach noch frische Salate, Pitabrot mit Hummus und entgiftende Säfte. Batteries recharged!

Wunderbar gesundes Abendessen nach Massage und Sauna

Pokhara aus der Vogelperspektive

Wir haben beide schon viele Extremsportarten ausprobiert, Paragliding gehörte bisher nicht dazu. In Pokhara kostet der Spaß in der Nebensaison nur etwa 50€ pro Person, Fotos und Videos inklusive. Da konnten wir wirklich nicht widerstehen. Als am Morgen die Aktion aufgrund von schlechtem Wetter abgeblasen wurde, waren wir ein wenig enttäuscht. Aber wir hatten Glück! Gegen Mittag klarte es auf und wir rutschten automatisch in den späteren Slot und fuhren gemeinsam mit den Piloten rauf auf den Sarangkot. Der Berg prangt direkt neben Pokhara. Wir wurden innerhalb von wenigen Minuten eingewiesen und an unserem Sitz festgeschnallt. Dann hieß es auf die perfekte Windböe warten. Bei mir dauerte das ein wenig länger. Nach einem kurzen Antrittssprint gemeinsam mit dem Piloten fanden wir uns plötzlich zwischen unzähligen Paraglidern und Adlern wieder. Aus der Vogelperspektive waren die umliegenden Felder, Berge und der Phewa See noch beeindruckender als vom Boden aus.

Schwitzen mit Nepalesen

Beim Mittagessen im Asian Tea House lernten wir Gustav aus Münster kennen und tauschten unsere Wandergeschichten aus. Da wir total auf einer Wellenlänge sind, sind wir mit ihm und seinen zwei Hostelmitbewohnern Sarah und Nic aus England an unserem letzten Abend in Pokhara ausgegangen. Das geht in dem kleinen Städtchen besser als gedacht. Nachdem wir uns in einer Pizzeria gestärkt hatten, ging es zur Happy Hour für ein paar Drinks in eine Bar und später ins Busy Bee. Hier zappeln sowohl die Einheimischen als auch einige Touristen ab. Unter zahlreichen gut gelaunten Menschen verlebten wir einen richtig lustigen Abend. Die talentierte Liveband spielte unter anderem Songs von den Red Hot Chili Peppers und Nirvana und ging so richtig ab. Auf der Tanzfläche war die Hölle los und wir brüllten gemeinsam mit sympathischen Nepalesen im Takt…oder auch nicht 😉 Ohne aufdringlich zu sein, tanzten die Einheimischen mit uns, lachten uns an und grinsten für Selfies. Nach wenigen Liedern waren wir total durchgeschwitzt und ein wenig traurig, dass wir schon gehen mussten. Am Morgen darauf hieß es um 6 Uhr raus aus den Betten. Mit Kater wäre die stundenlange Fahrt zurück nach Kathmandu kaum zu ertragen gewesen.

Wir wollen hier nicht weg

Ziemlich fertig rafften wir uns am Morgen auf. Gerne wären wir länger geblieben, nicht nur wegen der viel zu kurzen Nacht. Die beiden Schwestern Binita und Lakshmi, die uns stets mit einem herzlichen Lächeln im Hotel Blossom empfangen haben und sich auch sonst um alles kümmern, sind unglaublich liebenswert und hilfsbereit. Die zahlreichen Wanderwege, Wasserfälle und Höhlen in der Umgebung inklusive Phewa See warten nur so darauf, von uns entdeckt zu werden.

Gemeinsam mit den Hotelbesitzerinnen Binita und Lakshmi in Pokhara

In Kathmandu kamen wir am späten Nachmittag ziemlich fertig an und gönnten uns zum Abschied noch ein nepalesisches Bier, die besten Käsebällchen aller Zeiten und gesunde Salate im Forest & Plate. Über den Dächern der Stadt ließen wir die letzten Wochen Revue passieren. Obwohl wir noch nicht einmal abgereist waren, konnten wir unsere Rückkehr nach Nepal kaum erwarten. Wir haben uns in die schneebedeckten Riesen, die grünen Wiesen, die tief verwurzelte Kultur und die sympathischen Menschen verliebt. Es gibt noch so unglaublich viel zu sehen. Laut ursprünglichem Reiseplan wären wir am Tag darauf nach Indien gereist, aber das hatten wir uns bereits vor einigen Wochen anders überlegt. Aus drei Gründen muss Indien auf eine andere Reise warten: 1. Es ist im Juni mit über 45 Grad einfach viel zu heiß dort, 2. Das Land ist zu groß, um es in wenigen Wochen zu bereisen und 3. Wäre dieses laute chaotische Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern zu anstrengend für das Ende unserer Reise. Schon in Kuala Lumpur hatten wir uns für ein Ziel der besonderen Art entschieden. Welches das ist, verraten wir im dir hier. Kleiner Tipp: Es geht für uns weiter in das angeblich glücklichste Land der Welt.

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