Zwischenstopp im Mittelalter

Bhaktapur ist eine der drei Königsstädte im Kathmandu-Tal und liegt wie Kathmandu an einer alten Handelsroute nach Tibet. Dies sorgte einst für den Reichtum der Stadt. In der 80.000 Einwohner Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, werden uralte Traditionen gelebt. Vorzufinden sind eine blühende Töpferszene, wunderschöne Holzschnitzereien und unzählige Musiker prägen das Bild. Selbstverständlich gibt es auch hier zahlreiche Tempel. Wie soll es auch anders sein 😉 Um die Altstadt zu betreten und zu unserem Hotel zu kommen, mussten wir umgerechnet 12€ pro Person hinblättern. Ob es sich lohnt oder nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Wir finden das Städtchen definitiv schön, aber ein kurzer Besuch hat uns gereicht. Sehenswert ist der Durbar Square mit dem Palast und seinem Goldenen Tor. Über den sich anschließenden Steinmauern befindet sich der hölzerne Palastbalkon mit seinen 55 filigran geschnitzten Holzfenstern. Auch das Pfauenfenster am Museum, welches verschiedene Holzschnitzereien zieren, zählt zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Zu Besuch bei einer Musikerfamilie

Wir sind wie immer ein wenig abseits der touristischen Pfade gelaufen. Wir wollten den Teil der Stadt besuchen, den fast nur Einheimische aufsuchen. Außerhalb der Touri-Meile leben die Menschen hier in sehr einfachen Verhältnissen. Winzige Wellblechhütten ohne Strom, Wasser oder Heizung stellen Behausungen dar. Menschen werden in der Not erfinderisch. So sahen wir einen Jungen, der auf einer Schaukel saß, die an einem umgestürzten Metallgestell angebracht war. Auch Bhaktapur wurde 2015 vom Erdbeben erschüttert und 200 Bewohner ließen ihr Leben.

Am Nachmittag fing es an zu regnen. Nachdem wir uns immer wieder von Unterschlupf zu Unterschlupf kämpften, lud uns ein freundlich lächelnder Mann in sein Zuhause ein. Gemeinsam mit ihm und seinen beiden Kindern saßen wir in deren Musikzimmer auf Kissen und schlürften heißen Tee. Wir unterhielten uns mit ihnen über die Schulfächer in Nepal, das Erdbeben von 2015 und ihr Leben als Musiker. Später spielten uns die Kinder noch auf den verschiedenen Instrumenten ein paar kurze Musikstücke vor. Wir klatschten breit grinsend und freuten uns über diese schöne Situation. Dieses schöne Beispiel nepalesischer Gastfreundschaft wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben.

Zu Besuch bei einer nepalesischen Familie, die uns Unterschlupf bot

Durch die Gassen Bhaktapurs

Am Morgen beobachteten wir den für buddhistische Gegenden typischen Almosengang. Die jungen Novizen, die sich für ein Mönchsleben noch beweisen müssen, liefen durch die Gassen der Stadt und sammelten Reis und andere Lebensmittel ein.

Natürlich durfte auch ein Spaziergang über einen der Töpfermärkte nicht fehlen. Ein besonders großer Tempel ist der Nyatapola im Herzen der Altstadt im Viertel Taumadi. Von oben hast du einen guten Blick über die Backsteinhäuser. Nach unserem kurzen Abstecher in die Kulturhauptstadt Bhaktapur ging es mit einem der fast auseinander fallenden Busse weiter Richtung Nagarkot.

 

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