Mit dem Moped durch Bohol

Ein Tag in Cebu City hat uns gereicht und somit ging es am Tag darauf mit einer Fähre der Flotte Oceanjet auf die Insel Bohol. Die Fahrt führt über azurblaues Meer vorbei an winzig kleinen Inseln. Nach etwa zwei Stunden kamen wir in Tagbilaran an. Von hier sind wir mit einem Tricycle zu unserer vermeintlichen Unterkunft gefahren. Leider fuhr uns der Fahrer zur falschen Adresse und wir mussten noch ein ganzes Stück laufen. Bei Daffy’s Place angekommen, luden wir unsere Sachen ab und sind dann ins Tablea de Maria Clara essen gegangen. Danach hat Alex sich für umgerechnet 1,35€ einen Haarschnitt gegönnt – es war mal wieder höchste Zeit 😉

Maulwurfshügel en masse

Für die vollen drei Tage auf Bohol haben wir uns über unsere Unterkunft einen Roller gemietet. Also ging es direkt nach dem Frühstück mit einer nagelneuen Yamaha los zum Sagbayan Peak. Von hier hast du wunderbare Aussicht über das Meer und die Chocolate Hills. Diese grasbewachsenen kegelförmigen Hügel färben sich während der Trockenzeit braun und dieser Anblick verleiht ihnen ihren außergewöhnlichen Namen. Wir fanden die 1.268 seltsam aussehenden Formationen in grüner Farbe vor. Die Kalksteinformationen sind 30 bis 120 Meter hoch und erinnern ein wenig an riesige Maulwurfshügel.

Auch in der Ortschaft Carmen, wo sich die Hügel dicht an dicht drängen, stoppten wir und besuchten einen weiteren Aussichtspunkt. Hier wimmelt es nur so von Touristen. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht über die Hügel atemberaubend. Irgendwie konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass die Teile nicht vom Menschen dort hingestellt wurden. Am Parkplatz des Aussichtspunkts, wo sich auch ein Restaurant und Souvenirshops befinden, musizierten und tanzten ein paar Kinder. Klar, das ist alles sehr touristisch, aber es hat total Spaß gemacht, den Kindern zuzuschauen. Im Tsokolate Café „erfreuten“ wir uns an einer unfertigen Tiefkühlpizza. Sehr irritierend ob der Aufschrift „Pizzeria“. Vom Essen konnten uns die Philippinen weiterhin nicht so richtig überzeugen.

Der Regengott war fleißig

Auf dem Rückweg nach Tagbilaran überraschte uns ziemlich plötzlich ein sehr starker Regenguss. Dieser ließ, nachdem wir uns unter einer Tankstelle und einem kleinen Laden untergestellt hatten, etwas nach und wir fuhren weiter. Allerdings platzten die Wolken kurz darauf so richtig auf. Eimerweise Regen entlud sich auf unseren Helmen. Wir stoppten und stellten uns gemeinsam mit den Einheimischen unter das Dach einer Bushaltestelle. Dort mussten wir über eine Stunde verharren und staunten über den unglaublich starken Regenfall. Die komplette Bushaltestelle war nach Minuten überschwemmt. Gemeinsam mit Totie, der auf Bohol geboren wurde, vertrieben wir uns die Zeit mit einer interessanten Unterhaltung. Die Filipinos sind sehr neugierig und aufgrund der Tatsache, dass sie alle relativ gut Englisch sprechen, kamen wir mit ihnen gut ins Gespräch. Das macht das Reisen für uns sehr interessant. Am Abend gönnten wir uns eine Thai Massage und gingen im Anschluss in das hochgelobte Restaurant Gerardas. Dort konnten wir das erste Mal typisch philippinisches Essen probieren und das ganz ohne Fleisch – wir fanden das Gemüse in den würzigen Saucen sehr lecker.

Besuch auf dem Sonntagsmarkt

Der dritte Tag begann erneut mit einer Fahrt durch wunderschöne grüne Landschaften vorbei an Reisfeldern, Palmen und durch kleine Dörfchen. In einer dieser kleinen Ortschaften namens Corella stießen wir auf einen Sonntagsmarkt. Dort mischten wir uns unter die wuselnden Einheimischen. Wir wurden fortwährend angelächelt, gegrüßt und sogar aufgefordert, Fotos von den Leuten zu machen. Uns wurde, trotz dem wir nur zum Schauen und nicht zum Kaufen kamen, unglaublich viel Herzlichkeit entgegengebracht. Wir selbst strahlten von einem Ohr zum Anderen, winkten und grüßten was das Zeug hält. Bei unseren Touren durch die Insel fiel uns auf, dass Bohol sehr sauber ist. Hier liegt kaum Müll am Straßenrand und es scheint sogar eine Art Müllabfuhr zu geben. Vor den Häusern sammeln die Menschen in kleinen Holzhäuschen vollgepackte Plastiktüten.

Der nächste Halt war der Camugao Wasserfall, den wir über holprige Sandpisten erreichten. Ein Guide lief gemeinsam mit uns durch extrem schlammiges Terrain. Wir kamen nach etwa 15 Minuten bei einem etwa 30m hohen Wasserfall an. Selbstverständlich gönnten wir uns dort bei der Hitze eine Abkühlung.

Eine andere Welt auf dem Abatan River

Am Nachmittag ließen wir das Moped stehen und wurden von der Agentur KayakAsia abgeholt. Gemeinsam mit unserem Guide, der sich DJ nennt und einem französischen Pärchen ging es auf den Abatan River. Die nächsten vier Stunden paddelten wir durch Mangrovenwälder über den wunderschönen Fluss. Wir waren tatsächlich die Einzigen innerhalb der Flussarme und total angetan von der Stille zwischen den Mangroven und Palmen. Zu hören waren nur das Vogelgezwitscher und das Platschen unserer Paddel. Flussaufwärts taten uns teilweise ganz schön die Arme weh und nach über 11km im Kayak hatten wir wirklich genug. Allerdings können wir dir die Tour sehr empfehlen. Sie ist abwechslungsreich und macht unglaublich viel Spaß. DJ hat uns immer wieder über die Flora und Fauna erzählt, wir beobachteten die Spiegelungen der Wolken, die leider den Sonnenuntergang über dem Fluss verdeckten und zu späterer Stunde fuhren wir sogar in kompletter Dunkelheit durch die gespenstischen Mangroven. Das Highlight der Tour sollte aber am Ende kommen! In vereinzelten besonders gesunden Mangroven halten sich Glühwürmchen auf und das zu Haufe. Beim ersten Baum angekommen, waren wir absolut hin und weg. Wir starrten hinauf in die Baumkrone und waren fasziniert von den im Takt aufleuchtenden unzähligen Tierchen, die diesen und ein paar weitere Mangrovenexemplare ihr zu Hause nennen. Wir steuerten noch sechs weitere dieser Bäume an und wollten gar nicht aufhören, unsere Hälse in die Luft zu strecken. Das Kayak schunkelte durch die leichten Wellen. Die Bäume erleuchtet wie ein Weihnachtsbaum, nur viel viel schöner. Die Baumkronen wirken durch die synchron blinkenden Glühwürmchen wie ein eigenständiges Lebewesen aus einer anderen Welt. Fotografisch ließ sich dieser Anblick aufgrund der Dunkelheit jedoch nicht erfolgreich festhalten. Das sehr leckere Abendessen war der krönende Abschluss einer wundervollen Tour.

Sieh mir in die Augen, Baby

An unserem letzten vollen Tag auf der wunderschönen Insel Bohol besuchten wir das Philippine Tarsier Sanctuary. Hier leben acht kleine Tarsiere, die wir in Deutschland als Koboldmakis kennen. Leider hat die Einrichtung die Bezeichnung Schutzzentrum nicht wirklich verdient. Riesige Touristengruppen werden durch den kleinen Waldabschnitt gescheucht. Wir haben gefragt, ob wir nicht alleine gehen dürften, aber das wurde uns nicht erlaubt. Für die Tiere bedeuten große Menschengruppen Stress und bei zu viel Lärm kann es sogar passieren, dass sie Selbstmord begehen. Koboldmakis sind kleine, nachtaktive Primaten und haben in Relation zur Körpergröße die größten Augen aller Säugetiere. Nachdem alle anderen der Gruppe ein Foto gemacht hatten, kamen wir dran. Beim Anblick unseres ersten Makis waren wir ganz entzückt. Sie sind noch kleiner als gedacht – nicht einmal größer als unsere Handflächen. Ganz leise beobachteten wir die sechs Tierchen, die wir zu Gesicht bekamen. Ich traute mich kaum Fotos zu machen. Im Endeffekt raten wir dir vom Besuch ab. Nachhaltig ist das leider so gar nicht.

Strandtag auf Panglao

Nach unserem kurzen Aufenthalt bei den kleinen Koboldmakis ging es auf die Insel Panglao. Diese ist durch zwei Brücken mit der Hauptinsel Bohol verbunden. Zuerst stoppten wir bei der Hinagdanan Höhle, wo bereits eine Menge anderer Touristen warteten. Generell ist Panglao im Vergleich zu Bohol die touristischere Insel. Wir waren ganz froh, dass wir uns eine Bleibe in Tagbilaran ausgesucht hatten. Die Höhle ist nichtsdestotrotz beeindruckend und sogar super zum schwimmen. Das Wasser in der Höhle ist glasklar. Das durch zwei Löcher einfallende Licht ist perfekt, um Fotos zu machen. Immer wieder huschten kleine Fledermäuse über unsere Köpfe.

Den Rest des Tages wollten wir am Strand verbringen und steuerten zuerst den wohl bekanntesten der Insel an: Alona Beach. Dass der Strand beliebt ist, wundert kaum. Der blaue Himmel, das türkisblaue glasklare Meer und der helle Sand geben ein tolles Bild ab. Zum Essen gibt es hier eine recht große Auswahl an Restaurants mit Blick aufs Wasser.

Alona Beach auf Bohol

Den angeblich einsamen Dumaluan Beach zu besuchen, haben wir als Tipp einem anderen Reiseblog entnommen. Allerdings sind wir direkt weiter. Hier empfingen uns hunderte Sonnenanbeter und eine Menge Müll. Wir schauten einfach auf Google Maps und fuhren den nächstgelegenen Strand namens White Beach an. Hier war kaum etwas los und wir konnten es uns richtig gut gehen lassen. Ich versuchte mit ein paar philippinischen Kindern zu quatschen, was sich aber aufgrund der Sprachbarriere als schwierig entpuppte. Lächeln und Gestikulieren geht allerdings immer, das ist universell.

Unseren letzten Abend verbrachten wir im Buzzz Restaurant der Bohol Bee Farm. Hier wird Gemüse angebaut. Alles ist frisch und extrem lecker. Der Blick über das Meer als Sahnehaube obendrauf. Genauso wie Bohol uns begrüßt hatte, verabschiedete es sich am nächsten Vormittag – mit viel Sonnenschein und lächelnden Menschen.

Wunderschöner Himmel von der Bohol Bee Farm

 

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