Mount Bromo – Der Berg ruft

Eines unserer bisherigen Highlights, den Komodo Nationalpark, hieß es nun zu verabschieden. Beim Flug von Labuan Bajo zurück nach Bali konnten wir die unzähligen Inseln des Nationalparks von oben bewundern. Wir kommen zurück!

Komodo Nationalpark von oben

Zuckerschock auf Bali

Da die übrigen Inseln Indonesiens nur über den Flughafen Denpasar auf Bali erreichbar sind, statteten wir der Insel einen letzten Besuch für eine Nacht ab. Wir übernachteten im Verra Guesthouse in Seminyak – die Gastgeberin Mama Ari ist eine absolute Frohnatur, die sich liebevoll um uns kümmerte. Am Nachmittag gingen wir am Strand von Seminyak eine Runde baden und ließen uns von den mächtigen Wellen umhauen. Abends gönnten wir uns im Warung Nia eine vegetarische Platte mit Tempeh, Pilzen im Bananenblatt, Nudeln, Curry und anderen Leckereien. Der krönende Abschluss waren dann unheimlich süße Reisbällchen in einer sirupartigen Soße, dazu Kokoscreme. Die ersten Happen sind extrem gut. Nach ein paar Sekunden kleben die Zähne zusammen. Wir fühlten uns ziemlich schwerfällig nach diesem Zuckerschock.

Die unangenehmen Seiten des Backpacker Lebens

Am Tag darauf nahmen wir ein letztes Mal Abschied von Bali und fuhren mit dem Stadtbus zum Busbahnhof. Dort nahmen wir einen Reisebus Richtung Java – die Hauptinsel Indonesiens. Auf Java befindet sich die Hauptstadt indonesische Hauptstadt Jakarta. Acht Stunden Busfahrt mit einer etwa 30minütigen Fährfahrt warteten auf uns. Glücklicherweise hatte Mama Ari uns Früchte und kleine Küchlein mitgegeben. Die im Busticket enthaltene Mahlzeit gab es erst nach sieben Stunden Fahrt während einer kurzen Pause. Der Bus selbst war relativ geräumig und wir hatten genug Platz im Fußraum. Allerdings ist eine Busfahrt hier nicht mit einer solchen in Deutschland zu vergleichen. Der Busfahrer raucht nonstop, laute indonesische Herzschmerz Musik dröhnt über die Lautsprecher und Leute rülpsen unbeirrt vor sich hin. Diese Fahrten sind immer wieder ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wenn du stundenlang nichts zu essen bekommst, kann das zu schlechter Laune führen. Aber selbstverständlich haben wir auch das überlebt und sind im Dunkeln in der Stadt Probolinggo angekommen. Da wir im Vorfeld noch kein Zimmer gebucht hatten, steuerten wir ein paar Hotels vor Ort an. In der Nebensaison ist das gar kein Problem. Manche Zimmer sind allerdings wirklich schockierend. Das erste wurde uns stolz mit einem Lächeln präsentiert. Wir drehten voller Ekel wieder um – dreckige Wände, übler Geruch, graue Bettlaken und das i-Tüpfelchen eine tote Kakerlake auf dem Nachtschrank. Im Hotel, wo wir letztendlich blieben, lief uns ein fettes lebendes Exemplar über den Weg. Solche Erlebnisse gehören zu einer Rucksackreise dazu. Im Nachhinein lächeln wir darüber, in der Situation selbst bin ich manchmal kurz vor’m Verzweifeln.

Reise zum Mond

Wir waren froh, am nächsten Morgen der Stadt den Rücken zu kehren. Gemeinsam mit Axel aus Hamburg nahmen wir uns ein Shuttle nach Cemoro Lawang. Das kleine Bergdorf liegt am Fuße des Mount Bromo und des Mount Batok. Als wir nach einer Stunde dort ankamen, war nichts mehr von der Hitze aus Probolinggo zu spüren. Hier freuten wir uns über angenehme 18 Grad auf 2.000 Metern Höhe. Gleich nach dem Mittagessen machten wir uns auf, um den Krater des Mount Bromo zu besteigen. Für etwa 45 Minuten läufst du durch eine karge Wüste, die an eine Mondlandschaft erinnert. Sie wir auch „Sea of Sand“ genannt. Hier durchziehen tiefe Lavaflüsse den Boden und immer wieder mussten wir die Augen und den Mund zukneifen. Die Landschaft ist sehr staubig. Die letzten 300 Meter führt eine steile Treppe auf den Kraterrand des Vulkans.

Oben angekommen wirst du mit Blicken direkt in den Mount Bromo Krater, auf den benachbarten Mount Batok und die umliegende Wüstenlandschaft belohnt. Im Krater brodelt es ordentlich. Immer wieder steigen Rauchschwaden aus dem Schlot. Für eine ziemlich einfache Wanderung bekommst du hier einiges zu sehen. Ein Roundtrip dauert nur maximal 2,5 Stunden. Wer abenteuerlustig ist, kann den Krater umrunden. Das ist vor allem bei Wind gefährlich. Der Weg ist teilweise extrem schmal. Es geht tief hinab in den Schlot. Vor allem mir war das nicht ganz geheuer.

Das Dörfchen Cemoro Lawang selbst ist in der Nebensaison eher ruhig und wirkt sehr authentisch. Ab und an möchte ein freundlich lächelnder Einheimischer seine Mützen verkaufen, ohne jedoch zu aufdringlich zu sein. Vor’m Sonnenuntergang haben wir die nach Zuckerwatte aussehenden Wolken bestaunt. Diese kamen einmal von oben und einmal von unten aus dem Tal. Toller Anblick! Selbst einer der streunenden Dorfhunde ließ sich diesen Anblick nicht entgehen 🙂 Die Felder rund um Cemoro Lawang sind ebenfalls ein wunderschöner Anblick – hier wird jedes Fleckchen Erde genutzt. Die Bauern müssen bei der Pflege und Ernte viele Höhenmeter überwinden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Abends aßen wir bei uns im Hotel Café Lava gemeinsam mit Sarah und Patrick aus Moers ein sehr kleines Abendessen. Am nächsten Morgen gingen wir zu sechst mit noch zwei Mädels aus Bayern um 5 Uhr los, um den Sonnenaufgang ganz in der Nähe unserer Bleibe zu beobachten. Mit Taschenlampen und Mütze bewaffnet staksten wir durch die Dunkelheit. Das zeitige Aufstehen hat sich gelohnt. Das Tal unter uns war wolkenverhangen und der Himmel färbte sich gegen 5.30 Uhr in verschiedenste Rottöne. Nach einer Weile schaffte die Sonne es über den Bergkamm und tauchte den Mount Bromo Krater und den Mount Batok in weiches Gelb. Mit den anderen wanderten wir zurück zum Hotel, wärmten uns an Tee und Kaffee auf und warteten, bis 7 Uhr das Frühstücksbuffet eröffnete.

Später fuhren wir gemeinsam mit Axel zurück nach Probolinggo, wo wir den Zug nach Yogjakarta nahmen. Die Zugfahrt dauert wie die Busfahrt acht Stunden, ist aber wesentlich angenehmer. Hier werden ein paar Snacks verkauft und wir hatten irgendwann eine Sitzgruppe für uns alleine. Genug Zeit zum Lesen, Karten spielen und Serien auf Netflix schauen. Leider haben wir in der Eile vorm Ein- bzw. nach dem Aussteigen gar keine Fotos vom Zug gemacht. Während der Fahrt ging es vorbei an unzähligen Reisfeldern. In der Distanz ließen sich immer wieder die Umrisse der Berge erahnen. Wir waren trotzdem froh gegen 19.30 Uhr nach einer langen Reise endlich in Yogjakarta anzukommen.

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