Millionäre in Indonesien

Mit riesiger Vorfreude starteten wir in Asien mit dem größten Inselstaat der Welt – Indonesien. Der Flug von Brisbane nach Denpasar auf die Insel Bali dauert etwa sechs Stunden. Bereits am Flughafen wurden unsere Sinne angesprochen – der Duft der Räucherstäbchen, angenehme orientalische Klänge im Hintergrund, Unmengen an Taxifahrern, die uns alle für eine Fahrt gewinnen wollten und bunte Torbögen, die den Außenbereich des Flughafens schmücken. Bereits im Vorfeld hatten wir eine Unterkunft inklusive Abholung vom Flughafen gebucht. Also ging es vom lauten chaotischen Denpasar in das laute chaotische Ubud. Wer schon mal in Asien war, weiß wie viel Verkehr überall herrscht und wie viele Roller zahllose Hupkonzerte veranstalten. Wir mussten uns erstmal wieder an die verschmutzten Straßen gewöhnen. Vor allem nach Neuseeland ist das ein Schock. Die Gewässer hier sind nicht türkisblau und klar sondern braun und mit Plastikmüll gespickt. Nichtsdestotrotz sind wir immer wieder begeistert von den anmutenden Tempeln und Skulpturen, die die Straßen säumen.

Wir sind reich

Hier wird nicht mehr permanent mit Kreditkarte bezahlt. Hier haben wir ein paar Millionen indonesische Rupien abgehoben. Eine Million Rupien sind aktuell rund 60€ (Stand 2018). In unserer Unterkunft angekommen waren wir hin und weg! Ein wunderschönes helles Zimmer mit Terrasse und Klimaanlage inklusive Frühstück. Das für schlappe 12€. Sowas gibt’s wirklich nur in Asien, Südostasien um genauer zu sein. Da wir vom zeitigen Flug ziemlich fertig waren, sind wir nur noch zur nächsten Hauptstraße. Dort suchten wir uns ein Restaurant. Da gab es aber nur Warungs. Kleine für Indonesien typische Imbisse. Dort aßen wir gemeinsam mit den Einheimischen für umgerechnet 1,40€ pro Person Nasi Goreng – gebratener Reis mit Gemüse und Tempeh – fermentierte Bohnen. Dazu gab es dann sogar noch Eistee mit Eiswürfeln – eigentlich ein No Go in Asien. So kannst du dir schnell Keime einfangen. Das Wasser aus der Leitung sollte niemals getrunken werden. Ein paar Tage und Warung-Besuche später: uns geht’s gut 🙂 Ein Stück weiter die Straße runter fanden wir mehrere Restaurants, wo die übrigen Touris essen gehen. Wir würden uns jederzeit wieder für ein Warung mit den Einheimischen entscheiden.

Die besten Bananenpancakes

Am ersten Morgen auf Bali weckten uns gegen 6 Uhr der Gesang der Vögel, das Zirpen der Grillen, ein sehr laut krähender Hahn und der Gesang vom nicht weit entfernten Tempel. Die Sonne schien durch die gelben Vorhänge unseres Zimmers. Es fühlte sich so gut an hier zu sein. Als uns unser Gastgeber die berühmt berüchtigten Bananenpancakes zur Terrasse brachte, schwebten wir auf Wolke Sieben. Als Pfannkuchenexpertin habe ich schon so einige Bananenpancakes in anderen asiatischen Ländern verspeist. Diese sind mit Abstand die besten! Jeden Morgen konnten wir zwischen verschiedenen Speisen auswählen. Auch das Nasi Goreng, das am Morgen erstmal gewöhnungsbedürftig ist und der bunte Obstteller sind wunderbar.

Slalom zwischen Opfergaben

Für die nächsten beiden Tage liehen wir uns einen Roller und machten die Insel unsicher. Das Fahren ist am Anfang bei dem verrückten Verkehr ohne Regeln gewöhnungsbedürftig. Der Fahrtwind fühlte sich angenehm auf unserer schwitzigen Haut an und wir zischten vorbei an bunten Dörfern und Unmengen an Hindu-Tempeln. Bali ist die einzige Insel in Indonesien, wo der Hinduismus mit 90% die meist verbreitete Religion ist. Auf allen anderen Inseln des Landes ist es der Islam. Überall vor jedem Haus, Shop, Restaurant und auf Schreinen liegen kleine Schalen aus Bananenblättern. Diese sind gefüllt mit Reis, Salz, Blumen, manchmal sogar Geld oder Schokolade und anderen Süßspeisen. Räucherstäbchen tauchen die Straßen in einen angenehmen Duft. Diese Opfergaben für die Götter sind den Balinesen sehr wichtig. Du musst aufpassen, dass du sie nicht zertrittst. Auf unserer Fahrt zu den Reisterrassen von Jatiluwih wurden wir fast von herabfallenden Kokosnüssen getroffen, die ein Mann von einer direkt an der Straße stehenden Palme holte. Da hatten wir gerade nochmal Glück!

Lieblingsfarbe: Reisfeldgrün

Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt liegen sie vor dir – unzählige wunderschöne Reisterrassen. Unbeschreiblich! Bei einer Windböe raschelt das Gras. Wir liefen einen kleinen Rundweg zwischen den Feldern entlang, machten zahllose Bilder und konnten uns gar nicht satt sehen an dem leuchtenden Grün. Im kleinen Warung Padi Bali konnten wir sogar mit Blick über die Felder und den dahinter liegenden Bergen unser Mittagessen genießen. Vegan zu essen ist auf Bali übrigens möglich. Du musst nur immer deutlich sagen, dass du keine Eier isst.

Nebensaison in Ubud

Zurück in Ubud spazierten wir entlang des Flusses auf dem Campuhan Ridgewalk. Der von Palmen gesäumte Weg führt entlang eines Hügelkamms. Auch hier liefen wir an einigen Reisfeldern vorbei und waren überrascht, einen veganen Eisladen zu finden. Wer richtig gutes Eis ausprobieren möchte, sollte unbedingt einen Stopp im Kokolato einlegen. Im Karsa Café bestellten wir uns frisch zubereitete Fruchtsäfte und saßen in einem kleinen Holzhaus direkt in einem mit Seerosen bedeckten Teich – einfach herrlich. Da gerade Nebensaison ist, liefen uns glücklicherweise keine Touristenmassen über den Weg. Die Preise für die Unterkünfte sind ebenfalls deutlich niedriger als in der Hochsaison. Wir können uns vorstellen, dass Bali im Sommer nicht annähernd so idyllisch ist, wie wir es vorgefunden haben.

In Ubud gibt es einige sehenswerte Tempel wie z.B. den Saraswati Tempel – hier musst du einige Regeln beachten, was Kleidung und Verhalten angeht. Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, gelten als unrein und dürfen den Tempel nicht betreten.

Teure Katzenexkremente

Am zweiten Tag mit Roller schauten wir uns noch die steilen Reisterrassen von Tegallalang an. Diese sind wesentlich stärker besucht als die Reisterrassen vom Vortag. Nichtsdestotrotz hat uns der Anblick erneut in seinen Bann gezogen. An diesem Tag fuhren wir nicht Richtung Westen sondern gen Norden.

Auf dem Weg zum Mount Batur, einem Vulkan im Norden der Insel, hielt uns ein Einheimischer an. Dieser meinte, dass vor der Mittagspause viele korrupte Polizisten die Touristen aus dem Verkehr fischen und Geld von ihnen verlangen. Wir glaubten ihm, er lud uns in sein Café Bhuana Asri ein und wir lauschten seinen Geschichten. Wahrscheinlich waren diese alle Teil einer guten Verkaufstaktik. Letztendlich stimmte die Story mit den Polizisten gar nicht. Da sind wir schön in eine Touristenfalle gelaufen. Aber so schlimm war unsere Naivität gar nicht. Wir durften mit toller Aussicht verschiedenste Tee- und Kaffeesorten ausprobieren – kostenlos. Nur der teuerste Kaffee der Welt, der Kopi Luwak, kostete 3€ die Tasse. Du fragst dich, was Kopi Luwak ist? Die Kaffeekirschen werden von einer bestimmten Schleichkatzenart gefressen und wieder ausgeschieden. Kopi ist dabei das indonesische Wort für Kaffee und Luwak die Bezeichnung für den beteiligten wilden Fleckenmusang. Die beiden Tierchen im Käfig des Cafés würden angeblich aufgepäppelt und anschließend in die Freiheit entlassen. Wie wir im Nachhinein feststellten, dienten sie lediglich als Veranschaulichung für die Touristen und werden so schnell wohl keinen Käfig von außen sehen.

Umso näher wir zum Mount Batur kamen, desto frischer wurde die Luft. Bei 30 Grad war das ganz angenehm. Zeit und Lust den Berg zu besteigen hatten wir nicht, aber wir fuhren entlang der Lavasteine zwischen Berg und See und stärkten uns in einem winzigen Warung mit noch winzigeren Portionen.

Oase der Ruhe

Auf dem Weg zurück nach Ubud wollten wir uns den Tirta Empul und den Goa Gajah Tempel ansehen. Leider reichte unser Bargeld für den Eintritt nicht mehr aus. Somit mussten wir passen. Es warten sicher noch einige Tempel auf uns während dieser Reise. Um unsere Körper nach den anstrengenden Fahrten auf dem etwas unbequemen Roller wieder zu revitalisieren, gönnten wir uns eine 60-minütige balinesische Ganzkörpermassage im Kiradi Spa. Worte können diese Wohltat für nur 6€ nicht beschreiben 🙂 Am letzten Morgen auf Bali erzählten wir eine Weile mit unserem Gastgeber, der uns später sogar zum Bus brachte. Wir können dir das Soca Garden Guesthouse nur wärmstens empfehlen. Es liegt zwar etwas abgelegen vom touristischen Zentrum der Stadt, aber stellt eine Oase der Ruhe in dem hektischen Ubud dar.

Bali35

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