Volle Tage in Sydney

Wie sollen wir beginnen? Hat uns Sydney gefallen? Die Antwort ist ganz klar ja. Aber die Stadt hat es uns auch nicht gerade leicht gemacht. Danach war bei uns beiden ein wenig die Luft raus. Aber fangen wir von vorne an. Wie alles begann…

Womit haben wir das verdient?

Am frühen Abend kamen wir im riesigen Sydney an und suchten sofort den Sheralee Tourist Caravan Park auf, der aber komplett voll war. Also mussten wir einmal quer durch die gesamte Stadt fahren, um zum zweiten Campingplatz der Stadt zu gelangen. Dabei haben wir ungewollt gleich zwei Mauttunnel durchquert. Unter anderem fuhren wir unter der weltweit bekannten Harbour Bridge entlang. Um die Mautgebühr zu bezahlen, mussten wir uns eine australische Handynummer besorgen. Mautstellen gibt es hier nicht mehr, alles läuft über’s Internet. Spät beim anderen Campingplatz angekommen, hatten wir mehr Glück. Der Lane Cove River Tourist Caravan Park ist noch dazu sehr viel schöner und moderner als der vorherige. Nach dem Frühstück am folgenden Morgen wollte sich das Pech noch nicht so richtig abschütteln lassen. Wir fuhren in die Stadt, um uns einen Dauerparkplatz zu suchen, wo wir kostenlos die Nacht verbringen könnten. Nach geschlagenen 1,5 Stunden und Anfahren verschiedenster Grünflächen stellten wir das Auto am Redfern Park ab. Eigentlich darf hier nur vier Stunden geparkt werden. Glücklicherweise hatten wir am Abend kein Knöllchen am Fenster. Für die Nacht siedelten wir dann zum Alexandria Park um. Dort kannst du unbegrenzt lange parken. Leider waren auch hier die öffentlichen Toiletten geschlossen. Der Busfahrer auf dem Weg zum Stadtzentrum war auch noch unfreundlich und ließ unsere Fragen bezüglich unserer Reiseroute unkommentiert. Aber hey wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen und haben uns trotzdem irgendwie zurechtgefunden. Die Touristeninfo, die wir dann als erstes anpeilten, war dauerhaft geschlossen. Kann ja nur besser werden…

Das Blatt wendet sich

Danach wurde es besser! Wir haben selbstverständlich wie immer an einer Free Walking Tour teilgenommen. Diese können wir dir nur wärmstens ans Herz legen. Es war definitiv unsere bisher beste Stadttour. Gemeinsam mit unserem Guide Lisa, die sich unglaublich viel Mühe gibt, liefen wir durch das Zentrum der Stadt bis zum Stadtteil The Rocks. Dieser liegt direkt am Meer bei der berühmten Oper.

Kleine Sydney-Trivia

  1. Menschen, die in Sydney leben, nennen sich Sydneysiders.
  2. Sydney begann als eine Gefängniskolonie für Engländer, die in ihrem Heimatland Verbrechen begingen. Das Gesetz in England war zu dieser Zeit äußerst hart und die meisten der Sträflinge waren arme Menschen, die beispielsweise einen Laib Brot geklaut hatten. Die meisten dieser Menschen blieben dann ihr Leben lang in Australien. So vergrößerte sich die Stadt langsam.
  3. Ein englischer Politiker namens Macquarie sollte die Stadt leiten und ihr zum Wachstum verhelfen. Lisa erzählte uns, dass Macquarie bis heute ein umstrittener Mensch ist, da er für die Stadt Gutes leistete, aber sehr schlecht mit den Aborigines umging. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, wurde dies auch durchgesetzt. So auch mit einem Krankenhaus, dass er erbauen lassen wollte. Das Königreich wollte ihm hierfür kein Geld geben. Er schloss daher einen Vertrag mit zwei Händlern, um Rum zu importieren und zu verkaufen. Von den Einnahmen wurde dann das damals größte Krankenhaus Australiens gebaut. Noch heute trägt dieses den Namen „Rum-Hospital“. Mittlerweile fungiert es aber als Museum.
  4. Die Harbour Bridge wurde während der Wirtschaftskrise der 1920er erbaut und nahm unzähligen Menschen ihr Zuhause, da 500 Häuser abgerissen wurden. Diese Familien haben keine Wiedergutmachung oder sonstigen Schadensersatz erhalten. Bereits während der Arbeiten an der riesigen Brücke starben 16 Bauarbeiter. An den Tagen nach der Eröffnung im Jahre 1932 stürzten sich 60 Menschen in die Tiefen. Die Steinpylonen, die an sich an den Enden der Brücke befinden, sind innen komplett hohl. Sie wurden nur gebaut, da die Menschen Stahlbrücken damals noch nicht über den Weg trauten.
  5. Das Operngebäude mit seinem ausgefallen architektonischen Stil wurde von einem dänischen Architekten entworfen. Als die Stadt merkte, dass das Geld für den Bau nicht ausreichen würde, kündigten sie dem Dänen und beschlossen ihn nicht zu bezahlen. Selbst eine öffentliche Erwähnung gab es nie. Kurz nachdem Australien in den Irakkrieg einstieg, sprühten zwei Aktivisten in einer Nacht und Nebelaktion „No War“ auf das Opernhaus. Damit ernteten sie großen Beifall – nicht so bei der Stadt. Die beiden mussten für den Schaden in Höhe von $150.000 aufkommen. Indem sie kleine Souveniropernhäuser mit dem Schriftzug „No War“ an Touristen verkauften, war diese Strafe schnell abbezahlt.
  6. Und nun die Punkte oben auswendig lernen 🙂

Sind wir schon in Asien?

In Chinatown teilten wir uns am ersten Abend einen „kleinen“ Wok, der auch nur ganz leicht scharf war. Aaaah mein Mund brennt! Auch sonst gibt es in Sydney unglaublich viele asiatische Restaurants und ähnlich wie in Melbourne findest du als Vegetarier oder Veganer alles, was dein Herz begehrt. Während unseres Aufenthalts wurde in der Stadt das chinesische Neujahr gefeiert. Große bunte Plastikfiguren säumten die Gehwege.

Nichts kommt an meine Flip Flops

Unser zweiter Tag war so richtig vollgepackt. Zuerst fuhren wir mit dem Bus zum Botanischen Garten. Vom Macquarie Point hast du eine super Aussicht auf die Skyline, die Harbour Bridge und das Opera House. Hier kannst du dann dein Postkartenfoto schießen und bei deinen Freunden zu Hause ein bisschen angeben 😉 Danach ging’s durch die brütende Hitze zum Opernhaus. Das architektonische Wunder schauten wir uns nur von außen an. Um reinzukommen, brauchst du ein Ticket zu einem der vielen Konzerte.

Bei den The Rocks Markets bieten Künstler verschiedenste handgemachte Produkte an und wir erfreuten uns an den erfrischenden Getränken, die es dort gab. Im Contemporary Arts Museum direkt am Circular Quay, einem lebhaften Platz mitten in der Stadt, kannst du dich dank der Klimaanlage ein wenig abkühlen. Obendrauf gibt es moderne und zum teil kuriose Kunst zu sehen.

Am Abend bewunderten wir den Sonnenuntergang von der Harbour Bridge aus und wollten danach auf den Sydney Tower. Dort ist eine Bar, die sich um die eigene Achse dreht. So hast du einen 360° Blick über die Stadt. Flip Flops sind allerdings verboten – wieso sollten wir bei der Hitze feste Schuhe tragen? Egal, das damit gesparte Geld haben wir dann in einer Bar im Queen Victoria Building auf den Kopf gehauen.

Verfrühter Abschied von den Sydneysiders

Am nächsten Tag planten wir den Vormittag am Bondi Beach zu verbringen und dort schwimmen zu gehen. Danach wollten wir zum Stadtteil Newtown, der an Berlins Kreuzberg erinnern soll. Da aber für die darauf folgenden Tage Regen angesagt war, entschieden wir uns am angeblich letzten sonnigen Tag zu den Blue Mountains zu fahren. Ob wir es noch ohne nass zu werden geschafft haben, erfährst du hier.

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