Auf Safari entlang der Ostküste

Auf unserer Reise vom Süden Australiens in den äußeren Osten mussten wir an manchen Tagen einige Kilometer zurücklegen. Nur so würden wir rechtzeitig in Brisbane ankommen. Erstmal ging es von einer Metropole in die nächste. Von Melbourne nach Sydney. Erster Zwischenstopp war Paynesville, von wo wir dann mit einer kleinen Fähre nach Raymond Island gefahren sind. Nach nur wenigen Minuten Fahrt empfingen uns am Ufer laut kreischende Kakadus.

Wollknäuel mit Knopfaugen

Die winzig kleine Insel beherbergt eine Koalakolonie, die auf kleinstem Raum lebt. Somit sind die Chancen hoch, dass du mindestens einen zu sehen bekommst. Erst haben wir uns etwas schwer getan und leicht planlos in den Ästen gesucht. Die Sonne hat geblendet, es war heiß und die Genickstarre setzte ein. Aber dann war er da, unser erster Koala und da noch einer und und und. Am Ende haben wir 21 zuckersüße Wollknäuel entdeckt. Dabei war sogar ein wenige Monate altes Tierchen. Über uns machte es seine noch etwas wackeligen Kletterversuche, kaute auf den saftigen Eukalyptusblättern und schaute mit seinen kleinen Knopfaugen immer mal wieder zu uns herunter. Wir waren im Koala-Himmel und grinsten von einem Ohr zum anderen. Die meisten der etwas älteren Tiere sind eher passiv und ließen sich die Sonne auf den Rücken scheinen.

Das coolste Känguru der Ostküste

Am Abend kamen wir in der kleinen Stadt Lakes Entrance an. Hier treffen mehrere Flüsse als große Mündung auf das Meer. Ein ewig langer Strand liegt direkt vor den Toren der Stadt und es gibt unzählige Vogelarten zu entdecken. Wir bekamen davon nichts mit. Es regnete den ganzen nächsten Tag und somit mussten wir uns auch schon wieder verabschieden. Ned Kellys berühmte letzte Worte vor seiner Hinrichtung „Such is life“ – So ist das Leben – passen hier ganz gut.

Es ging weiter in den Murramarang Nationalpark, wo wir am North Head campten. Das graue nasse Wetter passte sehr gut zu diesem Ort. Das raue Meer mit seinen tosenden Wellen und die verwunschenen Wege durch den dunklen Wald kreierten eine mystische Atmosphäre. Als wir zu einem der nahegelegenen Aussichtspunkten spazierten, sagte Alex ganz leise: „Jasmin!“ Da direkt bei den Bäumen vor uns. Das Känguru schaute uns an, wir schauten das Känguru an, das Känguru aß genüsslich weiter, wir beobachteten. Und da noch eins! So ging das dann die nächsten Tage auch weiter. In einem winzig kleinen Ort namens Durras chillte eines der Kängurus direkt am Strand und hatte gar kein Problem mit unserem Heranpirschen. Zwischendurch legte es sich sogar ein wenig auf die faule Haut. Selbst in den Gärten der Einheimischen grasten die Tiere massenweise. Auch ein kleines scheues Wallaby haben wir im North Head zu Gesicht bekommen. In der Nacht war es dort stockdunkel und die Geräusche um unseren Campervan waren wunderbar gruselig.

Wir sind blind

Aufgrund einer Empfehlung haben wir noch einen spontanen Abstecher zum Hyams Beach eingelegt. Dieser Strand ist unglaublich weiß und das türkisfarbene Wasser bildet einen beeindruckenden Farbkontrast. Ohne Sonnenbrille geht hier gar nix. Sehr warm war es nicht, aber Alex wagte den Sprung ins kalte Nass trotzdem. Er freute sich wie ein kleines Kind, als die erste Welle kam. Schwupps war die Sonnenbrille weg. Wer hätte gedacht, dass die Dinger so viel Kraft haben? Naja also noch kurz geplantscht, mit zugekniffenen Augen zurück zum Auto und in Nowra, dem nächsten Ort entlang der Route, eine neue Sonnenbrille erstanden.

Meerschweinhamsterbärchen

Wie du kennst sie nicht, die Meerschweinhamsterbärchen? Dann wirst du sie jetzt kennenlernen! Am Bendeela Campingplatz im sogenannten Känguru Valley trafen wir nicht nur auf die hüpfenden Beuteltiere, nein hier machten wir auch Bekanntschaft mit den Meerschweinhamsterbärchen. Na gut, eigentlich heißen sie Wombats, aber sie sehen nun mal aus wie ein Hamster im Bärchenkörper, der läuft wie ein Meerschwein. In der Dämmerung kamen sie direkt an unseren Camper und futterten geräuschvoll das grüne Gras. Irgendwann waren da wirklich sehr viele von ihnen. Als wir bei Dunkelheit ausgestattet mit Taschenlampen eine Nachtwanderung machten, sahen wir die kleinen braunen Berge überall auf der Wiese verteilt. Und da mischten sich auch Kängurus mit ihren Kleinen dazwischen. Wir schlichen uns ganz leise an, leuchteten dann kurz auf die Tiere und machten ein paar Bilder. Um die Wombats zu finden brauchten wir gar kein Licht, denn überall um uns herum schnorpste es. So war das Navigieren gar kein Problem.

Erleuchtung auf den letzten Metern

In der Stadt Kiama schauten wir uns das Blowhole an. Dieses entsteht durch starken Wellengang und formt immer wieder hohe Fontänen. Diese schießen dann durch ein Felsloch. Fußläufig gibt es einen natürlich entstandenen Pool, wo wir uns ein wenig abkühlten.

In der Nähe der Stadt Wollongong befindet sich der Nan Tien Tempel. Der größte Tempelkomplex der südlichen Hemisphäre. Hier schlenderten wir vorbei an einem wunderschönen mit Seerosen bewachsenen Teich und schauten uns verschiedene Gebetsräume an. Endlich hat sich auch die Sonne mal wieder gezeigt. Oder vielleicht waren wir einfach nur erleuchtet?

Bei der Fahrt durch Wollongong haben wir uns entschieden, direkt an die Küste zum Flagstaff Point zu fahren. Die Stadt selbst hat wenig zu bieten. Also sind wir ein wenig am Ozean entlang spaziert und haben die tosenden Wellen sowie einige Surfer beobachtet. Ein paar Pelikane leisteten uns dabei Gesellschaft.

Dann war es nicht mehr weit bis zur wohl bekanntesten Stadt Australiens. Die letzten Kilometer vor Sydney haben wir einen kleinen Umweg über den Great Ocean Drive gemacht. Bitte nicht mit der Great Ocean Road verwechseln. Das hat sich trotz des grauen Wetters wirklich gelohnt, denn wir fuhren über eine sich am Felsen vorbei schlängelnde Brücke. Vom Bald Hill hast du einen tollen Blick über die gesamte Gegend. Dort haben wir mit einem Kaffee in der Hand die Paraglider beobachtet und noch nicht geahnt, wie anstrengend die kommenden Tage werden würden.

GreatOceanDrive01

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