Rein in den Großstadtdschungel

Nach dem Abschied aus Neuseeland landeten wir 3,5 Stunden später in Melbourne im Süden Australiens. Relativ fix haben wir das System der öffentlichen Verkehrsmittel durchschaut und sind total fertig in unser Doppelstockbett gefallen. Schlaf war nötig, denn Melbourne hat sehr viel zu bieten und wir hatten Einiges vor.

Australiens Robin Hood

Der wunderschöne botanische Garten war ein guter Anfang, um sich in die Stadt einzufühlen. Hier liefen wir ähnlich wie in Neuseeland durch grüne Farnenwälder vorbei an kleinen Teichen und lauschten dem Vogelgesang. Die Hauptstraße im Zentrum der Stadt, die Swanson Street, ist ein absoluter Gegenpol. Sie zeigt wie lebendig, bunt und vielfältig Melbourne ist. Übrigens sind die Straßenbahnen im Zentrum der Stadt komplett kostenlos. Um gleich mehr über die Stadt zu erfahren, haben wir uns mal wieder einer Free Walking Tour angeschlossen. Diese startet täglich zwei Mal das gesamte Jahr über vor der Bibliothek. Unser Guide erzählte uns beim ehemaligen Gefängnis vom berühmten Ned Kelly, der 1880 ein Volksheld war. Er raubte Banken aus und verbrannte die Hypothekenbriefe der Bauern, die somit schuldenfrei waren. Der Staat fand dies wenig heldenhaft. Lange war die Polizei auf der Suche nach Ned Kelly, der bei seiner Flucht bereits einige Beamte erschossen hatte. Nachdem er geschnappt wurde, saß er einige Zeit im Gefängnis Melbournes bevor er dann zum Tode verurteilt wurde.

Bunte Gassen in Batmania

John Batman war ein australischer Farmer und einer der ersten Siedler im Gebiet von Melbourne. Sein Name ging in die australische Geschichte ein. Er schloss einen schriftlichen Vertrag über die Nutzung von Land mit den Aborigines ab. Diese konnten diesen noch nicht einmal lesen. Beinahe wäre der Name der Stadt Batmania geworden. Wie cool wäre das denn!? Man entschied sich dann aber die Stadt nach dem damaligen Premierminister Englands Baron Melbourne of Kilmore zu benennen. Am Yarra Fluss schließt die Tour mit tollem Blick über die Skyline der Stadt ab. Dort lässt es sich am Ufer super ausruhen, während wir den Kanuten beim Rudern zuschauten. Unbedingt solltest du dir die kleinen Gassen der Stadt anschauen. Hier wimmelt es nur so von gemütlichen Cafés und die Häuserwände sind mit unzähligen Graffiti und Kunstwerken verziert. Besonders erwähnenswert sind die Hosier und die ACDC Lane, die nach Australiens Kultband benannt ist.

Vertriebene Ureinwohner

Der Shrine of Remembrance ist ein riesiges Mahnmal. Es erinnert an alle Soldaten, die im Krieg gefallen sind. Bei unserem ersten Besuch wurden 17 Uhr vor unserer Nase gerade die Pforten geschlossen. Am nächsten Vormittag hatten wir mehr Glück und stiegen die Stufen hinauf auf die Aussichtsplattform. Diese beschenkte uns erneut mit einem faszinierenden Blick über Melbourne. Um mehr über die Geschichte der Stadt und vor allem über die Kultur der Aborigines zu erfahren, darfst du dir das Melbourne Museum nicht entgehen lassen. Ähnlich wie es mit anderen Ureinwohnern passierte, sank die Zahl der Aborigines mit der Ankunft der Europäer. Von rund 600.000 Ureinwohnern im Jahr 1788 sank die Anzahl auf 60.000 im Jahre 1920. Vor allem eingeschleppte Krankheiten machten den verschiedenen Stämmen zu schaffen. Auch gewaltsame Konflikte mit den Siedlern um Landrechte minderten die Anzahl drastisch.

Raus aus dem Trubel der Stadt

St. Kilda, das schon fast wie ein eigenes kleines Städtchen wirkt, befindet sich am südlichen Rande der Stadt direkt am Strand. Hier sind wir die Promenade entlang gelaufen und haben versteckt zwischen Steinen kleine Pinguine entdeckt. Die Acland Street ist ideal, um sich in die Sonne zu setzen. Dabei kannst du einen Kaffee genießen oder einfach die vorbeilaufenden Menschen beobachten. Das vegane Restaurant Lentils as anything befindet sich ebenfalls ganz in der Nähe. Hier zahlst du, was du geben kannst. Entsprechend deiner Einschätzung wie gut das Essen war. Finden wir ein super Konzept.

Völlerei in Melbourne

Bisher war es überhaupt kein Problem in Australien komplett vegan zu essen. Melbourne wartete mit besonders vielen Leckereien auf uns. Wir hatten uns bereits im Vorfeld riesig auf das Essen gefreut. Die Fast Food Kette Lord of the Fries verkauft ausschließlich vegane Burger, Hotdogs und sogar Nuggets. Auch das Lentils as anything bietet leckere Currys und Okonomiyaki – japanische mit Gemüse gefüllte Pfannkuchen an. Besonders in den Himmel loben möchten wir das Smith & Daughters im hippen Stadtteil Fitzroy in der Brunswick Street. Dieses komplett vegane Restaurant bietet extrem spannende und vor allem ausgefallene Gerichte an. Unsere Geschmacksknospen wurden hier verwöhnt. Wir entschieden uns für Ceviche, gebratenen Blumenkohl, eingelegte Pilze und als Nachspeise Jalapeño Creme mit scharfem Popcorn. Auch die Drinks sind der absolute Hammer. Selbst ein Fleischliebhaber würde hier auf Wolke Sieben schweben. Der Queen Victoria Night Market hat ebenfalls nicht enttäuscht. Hier kannst du dich jeden Mittwochabend durch die Küchen der Welt futtern. In Melbourne hat Alex einen kostenfreien Haarschnitt bekommen, da er sich einem Friseurazubi als Model zur Verfügung stellte. Zum Glück  war der nicht mehr in seinem ersten Lehrjahr 😉 Melbourne hat uns von vorne bis hinten begeistert.

 

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