Endstation in Neuseeland: Christchurch

In Christchurch haben wir nun die letzten Tage in Neuseeland verbracht und uns im Kiwi Basecamp Hostel niedergelassen. Nach vier Wochen im Campervan war es wunderbar mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen. Die Dusche und Toilette  direkt auf dem Flur zu wissen, ist angenehm. Christchurch ist mit seinen 340.000 Einwohnern eine relativ kleine und vor allem übersichtliche Stadt. Aufgrund der verheerenden Erdbeben von 2010 und 2011 hat sich hier vieles verändert. Die Stadt wirkt in manchen Ecken wie ein Auszug aus einem apokalyptischen Film. Überall befinden sich auch sieben Jahre später Ruinen, Baustellen und freie Flächen. Am 22. Februar 2011 traf ein Erdbeben der Stärke 6,3 die Stadt mitten ins Herz. 185 Menschen ließen ihr Leben, fast 6.000 Verletzte kämpften ums Überleben. Vor allem ältere Gebäude wie die Kathedrale brachen wie Kartenhäuser in sich zusammen. Bis die Stadt wieder komplett hergestellt sein wird, werden wohl etwa zwei Jahrzehnte vergehen. Das Quake City Museum ist ein Muss, wenn du in Christchurch bist. Hier erfährst du sehr viel über die tausenden Erdbeben die innerhalb der beiden Jahre wüteten und erhältst Einblick in das Leben der Betroffenen vor, während und nach dem Unglück.

Buntes Treiben

Der Hagley Park mit dem wunderschönen botanischen Garten ist eine Quelle der Ruhe mitten in der Stadt. Die geschäftige Worcester Street führt vom Park direkt zum Cathedral Square. Hier findest du einige bunte „Vögel“ – sie trällern schottische Lieder oder sehen aus wie Magier. Dazwischen stilsichere Hippies. Dort befindet sich auch das Art Center, was allerdings erst teilweise wiedereröffnet ist. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis alle Schäden behoben sind. Die alten Trams, die durch die Straßen fahren, bringen ein besonderes Flair mit sich. Freitags ist auf dem Cathedral Square ein Food Market, wo es Leckereien aus Asien, Europa und Südamerika gibt. Wir freuten uns vor allem über die vielen veganen Optionen. Dieses Wochenende war der Night Noodle Market. Dreißig Stände mit verschiedenen asiatischen Spezialitäten warteten auf das Publikum.

Street Art vom Feinsten

Neben Berlin, New York und London ist Christchurch eine der vier Street Art Zentren der Welt. Vor allem nach dem Erdbeben wurden viele Wände der teilweise baufälligen Gebäude verschönert. Da es viele Freiflächen gibt, haben sich verschiedene kreative Unternehmer Ecken gesucht, um diese in außergewöhnliche Bars, Restaurants und Shops umzuwandeln. Auch die Architektur der Art Gallery spiegelt den Neuanfang der Stadt wider – alles wirkt futuristisch.

Endlich wieder im Gleichgewicht

Das Canterbury Museum ist genau wie die Art Gallery kostenlos und zeigt neben Exponaten zur Geschichte und Kultur der Region vorübergehende Ausstellungen. Wir hatten Glück, dass gerade die besten National Geographic Fotos ausgestellt wurden. Die Bilder sind wirklich beeindruckend und die Beschreibungen zur Entstehung sehr spannend. Heute haben wir uns die Zeit vor dem Abflug nach Melbourne im LesMills Fitnessstudio vertrieben. In Deutschland gehen wir regelmäßig zum Body Balance Kurs, der eine Mischung aus Yoga, Pilates und Tai Chi darstellt. LesMills kommt ursprünglich aus Neuseeland und wir wollten unbedingt einen Body Balance Kurs im Ursprungsland testen. Zusätzlich haben wir noch eine Stunde Krafttraining gemacht. Unsere Körper haben sich nach langer Abstinenz gefreut.

Auf Wiedersehen Neuseeland

Gab es etwas, das uns in Neuseeland nicht so gut gefallen hat? Wir fanden es schade, dass das Land doch irgendwie ziemlich amerikanisiert ist – an jeder Ecke fanden wir Fast Food-Ketten aus den USA. Kraftausdrücke werden im Radio aus den Songs geschnitten und in der Sauna sind die Leute so prüde, dass sie Bade- und teilweise sogar Sportsachen tragen. Neuseeland ein sehr teures Land – Preise von Tagestouren, Lebensmitteln und Übernachtungen kannst du nicht mit deutschen Standards vergleichen. In Sachen Vegetarismus und vor allem Veganismus sind wir ebenfalls schon wesentlich weiter. Da wir uns meist selbst versorgt haben, war es möglich, sich vegan zu ernähren. Das sind natürlich alles subjektive Wahrnehmungen und das ist wirklich Jammern auf höchstem Niveau. Insgesamt waren die letzten fünf Wochen einfach nur unvergesslich schön.

Und diese fünf Wochen sind wie im Flug vergangen – wenn du durch eines der landschaftlich schönsten Länder der Welt reist, ist das wohl keine große Überraschung. An den saftgrünen Hügeln, riesigen Wäldern und dem türkisfarbenen Meer können wir uns einfach nicht satt sehen! Wir würden gerne irgendwann wiederkommen und noch mehr davon entdecken. Die Touristeninfo i-Site, die es in fast jeder Stadt und auch in kleineren Örtchen gibt, waren uns eine riesige Hilfe, um herauszufiltern, was wir sehen und erleben wollen. Die Einheimischen und Campingplatzbetreiber sind sehr hilfreich und freundlich. Die Dankes-Hupkonzerte der anderen Autofahrer, wenn Alex mit unserem langsamen Gefährt an den Straßenrand fuhr, werden wir sehr vermissen. Als Berliner ist es insbesondere beeindruckend, dass sich Leute beim Ausstieg aus dem Bus beim Fahrer bedanken. Netter geht ja fast nicht.

Kia ora Aotearoa!

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