Zwischen Schottland & Frankreich

Bisher hatten wir mit dem Wetter super Glück. Fokus liegt auf bisher. Es musste also kommen – ein Unwetter. Dieses brachte gleich mehrere Tage Regen mit sich. Von der Westküste sind wir quer durch’s Land zur Ostküste gefahren und verbrachten den letzten besonders heißen Tag in Taieri Mouth. Der Strand ist scheinbar endlos. Die Sonne knallte erbarmungslos auf uns hinab. während wir im strahlend weißen Sand saßen. Der Wind wurde bereits beim Baden im Meer immer stärker. Gegen Abend wurde es regelrecht stürmisch. Gemeinsam mit einem netten Paar aus Kanada kochten wir in der Küche des Campingplatzes und genossen die Ruhe vor dem Sturm. Abends hüpfte Alex nochmals in die kalten Wellen des Pazifik, am Morgen danach regnete es bereits in Strömen.

Dunedin aka Edinburgh

Auch bei unserem nächsten Ziel in Dunedin sah das mehrere Tage nicht anders aus. Wir kauften uns sogar einen Regenschirm. Dieser hielt dem Wind allerdings nicht stand. Die Zeit vertrieben wir uns mit stundenlangem Kartenspielen und lesen. Mehrere Male besuchten wir das kleine Stadtkino. In Dunedin schliefen wir kostenlos auf einem städtischen Parkplatz und die Nächte dort waren eiskalt. Das nächste Klo war über 1,5km entfernt. Am Ende hatten wir uns an die Umstände gewöhnt und fanden sie nicht mehr schlimm. Das kleine schottische Städtchen Dunedin hat Einiges zu bieten. Darunter der wunderschöne Bahnhof, die riesige St. Pauls Kathedrale und viele mit Street Art geschmückte Hauswände. Der Name Dunedin ist übrigens die gälische Bezeichnung für die schottische Stadt Edinburgh.

Das Toitu Otago Settlers Museum ist ebenfalls einen Besuch wert und kostet nicht einmal Eintritt. Dort erfährst du so einiges über die Geschichte der Stadt. Angefangen bei den Traditionen der Maori zu den ersten Siedlern aus Schottland bis hin zur Technik der Gegenwart. Alex durfte sogar ein viktorianisches Kleid anprobieren. Stand ihm ganz gut 😉 Bei der Brauerei Speights haben wir ein ProBierSet bestellt und konnten so verschiedene Biere verköstigen. Danach mehrfach auf’s Klo gehen. Sonst ist der Weg zu den öffentlichen Toiletten nachts sehr weit. Kennst du die steilste Straße der Welt? Nein es ist nicht die berühmte Lombard Street in San Francisco. Es ist die wenig bekannte Baldwin Street in Dunedin. Sie befindet sich in einem Vorort und steigt auf ihrer kurzen 350m Länge um 70m. Mit unserem Camper wären wir jedenfalls nicht hier hoch gekommen.

Könige der Lüfte

Einen kleinen Tagestrip auf die nicht weit entfernte Otago Halbinsel haben wir trotz Regenwetters gewagt. Auf der äußersten Spitze Taiaroa befindet sich die einzige Albatroskolonie außerhalb einer Insel. Trotz dem wir uns gegen eine geführte 50$ Tour im Albatros Center entschieden, konnten wir die riesigen Vögel über uns hinweg fliegen sehen. Ihre Flügelspanne beträgt bis zu 3m. Was für Riesen der Lüfte. Da die übrigen Sehenswürdigkeiten ebenfalls sehr touristische Eintrittspreise verlangten, haben wir uns lieber unserem Romméduell gewidmet 🙂 Falls du ein großes Budget hast und gerne mehr sehen möchtest, gibt es hier das Larnach Castle und eine Pinguin Aufzuchtstation.

Von Dunedin nach Akaroa

Auf dem Weg von Dunedin nach Akaroa bei Christchurch verbrachten wir noch einige Tage entlang der Ostküste. Dabei haben wir beim Campingplatz Riverside Haven unglaublich niedliche Alpakas gefüttert und in Warrington einen Strandspaziergang gemacht. Endlich hat sich auch die Sonne mal wieder blicken lassen! Nach Tagen gefüllt mit Regen brauchten unsere Körper dringend Vitamin D.

Die Ostküste ist zwar nicht vergleichbar mit der faszinierenden Westküste, aber auch hier finden sich kleine Schätze. Dazu zählen die Moeraki Boulders. Diese großen kugelförmigen Steine liegen einzeln oder in Gruppen an der Küste und sind vor Jahrmillionen entstanden. Uns haben sie an Dinosauriereier erinnert. Auch der Kaitiki Point ist lohnenswert, denn dort kannst du unzählige Robben beobachten, die sich anfangs nur schwer von Steinen unterscheiden. Und endlich haben wir unseren ersten Pinguin ganz einsam und allein am Strand erspäht.

Beim Stopp im Städtchen Oamaru schauten wir uns das Steampunk HQ Museum an. Steampunk ist ein Phänomen, das aus der Literatur und aus Filmen bekannt ist. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Geräte mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft. So entsteht der markante Retro-Look. In der nahegelegenen Stadt Timaru übernachteten wir an der Caroline Bay direkt am Meer und verbrachten den Nachmittag im Schwimmbad Aquatics Center. Das war eine nette Abwechslung. Wenn du aber ein Schwimmbad mit europäischem Wellnessbereich erwartest, müssen wir dich enttäuschen. Die Sauna muss mit Bikini besucht werden und der Whirlpool befindet sich direkt neben dem lauten Kinderbecken. Am Strand Timarus soll man beste Chancen haben, Pinguine zu beobachten. Wir hatten allerdings keine Ausdauer und sind mit einem Foto des Straßenschilds nach Hause gegangen.

Arthur est un perroquet

Die beschauliche Stadt Akaroa auf der Banks Halbinsel ist eine ehemalige französische Kolonie. Die kleinen Holzhäuschen mit ihren bunten Gärten könnten ebenso in der Bretagne stehen. Der extrem steile Aufstieg zum Stony Bay Peak brachte vor allem mich an meine Grenzen. Immer wieder hielten wir an, um wieder Luft zu holen. Schritt für Schritt und Schweißtropen um Schweißtropfen stapften wir bis ganz nach oben. Der Blick auf Akaroa, die anliegende Bucht und den Pazifik auf der anderen Seite waren die Anstrengungen wert. Erneut ein wunderschönes Fleckchen Erde.

In Akaroa wählten wir den Anbieter Black Cat für eine Tour durch die Bucht aus. Die Chancen auf die Sichtung der kleinsten Delfine der Welt und weiterer Meeresbewohner ist hier hoch. Wir waren positiv von der Tour überrascht. Mehrere Hectors Delfine tummelten sich um unseren Katamaran, scheue Pinguine blitzten kurz an der Meeresoberfläche auf und spielende Robben plantschten durch’s kühle Nass. Das Wetter war ebenfalls wunderbar und wir ließen uns den Wind um die Nase wehen.

Nach unserem letzten Frühstück in unserem Zuhause auf vier Rädern machten wir uns auf den Weg nach Christchurch. Dort mussten wir uns nach 4.200 km schweren Herzens von unserem Gefährt verabschieden. Lebewohl CCQ142!

Abschied

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