Vorbei an Pfannkuchen zum Ewigen Eis

„Toll, einfach nur toll.“ und „Wow.“ waren die letzten Tage wohl unsere meistgenutzten Ausrufe. Manchmal brachten wir auch keine Worte über die Lippen. Immer wieder fiel der Mund auf und wir staunten über die absolute Schönheit der Natur. Nachdem bereits der Abel Tasman Nationalpark uns umgehauen hat, waren wir schon beinahe schockiert, dass sich nach jeder Kurve noch faszinierendere Landschaften boten.

Arschlochfliegenkiller

Einer der längsten Flüsse Neuseelands ist der Buller River. In diesem sind wir an unserem Campingplatz Riverview Holiday Park schwimmen gegangen. Leider zieht der Fluss auch Unmengen von Sandfliegen an. Unsere Füße und Beine waren übersät mit abartig juckenden Stichen. Als wir in Ruhe unseren Wein trinken und unsere Kirschen naschen wollten, fluchten wir. Nach einer Weile gaben wir auf und zogen in unseren Van um. Auch hier ging die Mücken- und Sandfliegenjagd weiter. Mittlerweile sind wir schon richtige Profikiller. In der Nähe der Stadt Murchison wackelten wir uns unseren Weg über die längste Hängebrücke des Landes. Mit 110m Länge und 17m Höhe über den reißenden Fluss ist das nichts für Leute mit Höhenangst.

Die schönste Straße Neuseelands

Unser nächstes Ziel hieß Franz Josef Gletscher. Doch vorher ging es noch die wohl schönste Straße des Landes entlang – die SH6. Jeder Neuseelandbesuch sollte auch über diese wunderbare Route führen. Sie schlängelt sich am Tasmansee entlang über Klippen, durch grüne Wälder und vorbei an Weiden, wo hunderte Schafe grasen. Zwischen Westport und Greymouth ist die Strecke einfach nur atemberaubend. Ständig wollten wir anhalten, um Bilder zu machen. Wir hielten unsere Stopps aber in Grenzen, um die Aussicht einfach nur zu genießen. Ein Zwischenstopp, den du dir nicht entgehen lassen solltest, sind die Pancake Rocks. Ihrem Namen machen sie alle Ehre und sehen aus, wie riesige Pfannkuchenstapel. Fehlt nur noch ein bisschen Sirup obendrauf. Über Millionen Jahre haben sich hier Unmengen an Kalksteinschichten gebildet. Deshalb sehen die Felsformationen gestapelt aus. Ebenfalls stoppten wir in dem beschaulichen Städtchen Hokitika. Am Strand werden fünf Tage jedes Januars genutzt, um Skulpturen aus Treibholz und anderen Naturgegeständen zu bauen. Diese können dann in einen Wettbewerb eingereicht werden. Zufälligerweise kamen wir genau innerhalb dieser kurzen Zeitspanne und bestaunten die teilweise sehr kuriosen Gebilde.

Erste Schritte auf dem Ewigen Eis

Nach vielen Kilometern kamen wir am Abend in Franz Josef an und parkten auf dem Glacier Country Campervan Park. Trotz der guten Lage direkt am Gletscher hat uns dieser Campingplatz jedoch am wenigsten gefallen. Die Campervans stehen dicht an dicht auf einer Schotterstraße. Allerdings gibt es hier keine andere Möglichkeit. Vor unserem Helikopterflug zum Gletscher haben wir uns ein riesiges Frühstück mit Bohnen gegönnt. Wir wussten, der Tag wird lang. Der Check-In für die Tour zieht sich ein wenig hin und bis kurz vor Abflug ist nicht sicher, ob der Flug überhaupt stattfinden wird. Das Wetter in den Bergen ändert sich hier rasant. Die Helikopterflüge sollten bereits einige Wochen im Vorfeld gebucht werden. Normalerweise wird der Tag mit einem Besuch in den Hot Pools abgeschlossen, aber diese waren leider geschlossen. Mit unserem Guide Eric ging es nach einer kurzen Einführung zu den Hubschraubern. Der Touranbieter händigt Regenjacken, wasserdichte Hosen, Mützen, Handschuhe, Wanderstiefel, Klettereisen und eine Umhängetasche für Proviant, Wasser und Kameras aus. Ich hatte die große Ehre neben dem Piloten zu sitzen und stieg mit etwas zittrigen Knien als erste in den Helikopter. Der Flug dauert etwa acht Minuten und ist eine unglaubliche Erfahrung – Bauchkribbeln pur. Die Aussicht über die umliegende Landschaft und die gewaltigen Gletscherformationen sind einzigartig. Auf einer kleinen ebenen Fläche landen die Piloten die Maschinen sicher. Nachdem wir alle ausgestiegen waren, hob er schon wieder ab.

Die Wanderung auf dem Eis dauert etwa drei Stunden, aber wir legten nur etwa zwei Kilometer zurück. Immer wieder gab Eric uns interessante Infos über den Gletscher, wir tranken Gletscherwasser, staksten vorbei an tiefen Gletscherspalten und quetschten uns durch Eishöhlen. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Das Eis knirscht unter den Steigeisen. Überall glitzern kleine Eiskristalle. Trotz des ewigen Eises ist es aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung überhaupt nicht kalt. Ganz im Gegenteil, wir kamen richtig ins Schwitzen. Das Vorankommen ist hier aufgrund der schweren Schuhe mühselig. Letztendlich war es nicht schlimm, dass die Hot Pools geschlossen waren.

Vorsicht Strömung

Am Abend schliefen wir am Paringa See, der wunderschön zwischen bewaldeten Bergen liegt. Aufmerksam sind wir auf die Lake Paringa Lodge nur durch eine Empfehlung geworden. Die Besitzerin ist sehr freundlich und gibt sich große Mühe, damit sich ihre Gäste wohlfühlen. Wir durften zum Abschluss des Tages sogar kostenlos ein Kayak leihen und paddelten aus Unwissenheit fast noch in den Paringafluss. Was für ein wunderbar aufregender Tag. Der nächste Tag begann ebenfalls vielversprechend und bot uns einen tollen Blick über einen mystischen Paringa See behangen mit Nebel. Was mag da wohl noch kommen?

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. aankee sagt:

    Dieser Gletscher! Ich bin damals nur an den Fuß des Eisklotzes gelaufen. Ich glaube, da muss ich nochmal hin …

    Gefällt 1 Person

    1. raiontour sagt:

      Ja definitiv! Wir können’s echt nur empfehlen 🙂

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