Marlborough Sounds bis Abel Tasman

Nach schwerem Abschied von Wellington ging es mit der Fähre, die wir bereits Monate vorher gebucht hatten, von der Nord- auf die Südinsel. Wir haben schon viel gehört und waren sehr gespannt, ob der südliche Teil Neuseelands wirklich so viel schöner als der nördliche ist. Die Fährüberfahrt mit der Bluebridge dauert etwa drei Stunden. Es gibt ein Restaurant, welches frisch zubereitete Gerichte anbietet und sogar einen Raum, wo Spielfilme gezeigt werden. Von Deck hat man, kurz bevor man die Südinsel erreicht, wunderbare Blicke auf Buchten und Hügel – die sogenannten Marlborough Sounds. Es hat schon vielversprechend angefangen

Unsere kleine Farm

Unsere erste Nacht auf der Südinsel verbrachten wir auf der Smiths Farm in Linkwater. Dieser Campingplatz ist ein absolutes Juwel. Als Willkommensgeschenk erhielten wir Bananenmuffins für uns und Futter für die Schafe und Ziegen. Nach dem Abendessen sind wir zu einem Wasserfall gewandert. Auf dem Weg dorthin haben wir die niedlichen dicken Schafe gefüttert. Diese waren total verspielt und rannten uns glücklich entgegen. Vermutlich lag das am Futter. Wir reden uns ein, dass es an uns lag. Den Wasserfall haben wir gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit gesehen und sind dann auf dem Rückweg vorbei an hunderten Glühwürmchen durch einen Märchenwald gestakst.

Camperleben vom Feinsten

Am Folgetag wollten wir die majestätischen Marlborough Sounds bestaunen und ein wenig wandern oder kayaken. Leider machte uns das Regenwetter einen Strich durch die Rechnung. An ein paar Aussichtspunkten hielten wir an. Die Sicht war leider bescheiden. Auf dem Weg nach Nelson machten wir einen Stopp bei der Pelorus Brücke und wanderten dort einen Rundweg durch den dschungelartigen Wald. Hier war es sogar bei Regen auszuhalten, da das Blätterdach relativ dicht ist. Bei der Entscheidung, welcher Ort die Hauptstadt Neuseelands werden sollte, waren Wellington und Nelson zwei potentielle Kandidaten. Beide liegen relativ in der Mitte des Landes, nicht wie Auckland im äußersten Norden. Letztendlich machte Wellington das Rennen. Nelson ist heute ein kleines gemütliches Städtchen. Mehr als eine Hauptstraße mit ein paar Restaurants und dem Fluss gibt es hier nicht. Am späten Nachmittag fuhren wir aufgrund des weiterhin grauen Wetters direkt nach Marahau. Das ist das Tor zum Abel Tasman Nationalpark. Dort campten wir auf einem privaten Parkplatz, den wir für uns alleine hatten. Unser Abendessen durften wir mit Blick auf Berge, Wiesen und Pferde genießen. Naturbursche Alex machte den Abwasch sogar in einem kleinen Bach direkt vor unserer Campertür. Dass wir das Leben als Camper so lieben würden, hätten wir vorher nicht gedacht.

Traumhafter Abel Tasman Nationalpark

Wir hatten hohe Erwartungen an den Abel Tasman Nationalpark. Diese wurden sogar übertroffen. Mit einem Wassertaxi fuhren wir 9.30 Uhr los, um uns zum Strand namens Torrent Bay bringen zu lassen. Bei Ebbe müssen Traktoren die Boote bis ins Wasser schieben. Was für ein lustiger Anblick. Vorbei am Split Apple Rock – ein Felsen, der wie ein gespaltener Apfel aussieht, ging es also zur Torrent Bay. Dort starteten wir unsere Wanderung durch den Park. Beim Bark Bay Strand machten wir unsere erste Pause. Geflashed von den wunderbaren Buchten mit ihren schneeweißen Stränden und den grünen Bergen konnten wir kaum genug bekommen. Das Wasser ist zwar kalt, aber nach einer verschwitzten Wanderung sehr angenehm. Die Flut kam ziemlich plötzlich und somit mussten wir den etwas längeren Wanderweg nehmen, der aber ebenfalls durch faszinierende Landschaften führt.

Nach rund 12 km kamen wir an unser Ziel, den Onetahuti Strand. Dort hatten wir noch Zeit für eine Runde Relaxen, bevor uns das Wassertaxi wieder abgeholt hat. Der Skipper fuhr noch an der Tonga Insel vorbei, wo wir einige Seelöwen beobachten konnten. Wieder in Marahau nutzten wir die Happy Hour für einen Belohnungs-Chardonnay in der Hooked Bar. Da wir ziemlich geschwitzt haben und weder Dusche noch Waschbecken in der Nähe waren, duschten wir uns erstmalig FKK. Dazu schaust du panisch in alle Richtungen, damit dich niemand sieht, nimmst den Wasserschlauch des Campers und los geht’s. In dieser Nacht schliefen wir besonders gut in unserem Camper und träumten von den überwältigenden Landschaften. Den nächsten Tag nutzten wir, um uns auszuruhen und wieder Kräfte zu sammeln. Am Strand von Kaiteriteri nahe des Nationalparks ließen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Nach vielen aufregenden Tagen hatten wir endlich mal wieder Zeit zu lesen. Reisen kann ja so anstrengend sein…

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