Auf den Spuren der Maori

Roturua – auf der anderen Seite vom Ätna

Dieses relativ kleine Städtchen ist vor allem für seine heißen Quellen und die gelebte Maorikultur bekannt. Rotorua liegt gute zwei Stunden südlich von Auckland und war unser erster Stopp mit unserem Campervan. Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, eines der Maori Dörfer zu besuchen. Dort hat uns ein Dorfbewohner sowohl die Lebensweise als auch die Sprache der neuseeländischen Ureinwohner etwas näher gebracht. In Whakarewarewa, das eigentlich Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao heißt, leben heute noch 70 Maoris. Die heißen Quellen nutzen sie zum kochen, waschen und baden. Für sie bedeuten die Quellen Leben. Für uns bedeuten sie Hitze. Überall riecht es nach Schwefel, auf gut Deutsch es stinkt nach faulen Eiern.

Guide: „Neben dem Schwefelbad tief einatmen. Das hilft gegen Heuschnupfen und vor allem gut für die Frauen, es öffnet die Poren.“
Alex: „Bevor ich das einatme, habe ich lieber Heuschnupfen.“
Jasmin: „Und ich sehe lieber scheiße aus.“
Ich würde sagen: unsere Prioritäten sind gesetzt.

Laut des Guides sank das Wasser in einem der heißen Quellen spürbar, als der Ätna in Italien ausgebrochen ist. Wie gruselig. Das Highlight ist der Pohuto Geysir, der etwa einmal die Stunde in die Luft spritzt. Ebenfalls wird mehrfach am Tag ein typischer Maori-Tanz namens Haka aufgeführt, der ziemlich unterhaltsam ist. Alex und einige andere Männer kamen sogar in den Genuss eine Runde mitzutanzen. Während des Tanzes strecken die Männer ihre Zungen weit raus und sehen dabei ganz schön crazy aus.

Unweit von Rotorua befindet sich der Redwoods National Park. Hier hat eine deutsche Firma einen Baumkronenpfad installiert und diesen mit verschiedenen Lichtern und Effekten in Szene gesetzt. Wir sind natürlich im Dunkeln hingefahren, um die Lichter in voller Pracht zu erleben. Die rund 15€ lohnen sich trotz dem wir nur etwa 40 Minuten durch die Baumwipfel über Hängebrücken wanderten.

Waitomo – das Licht am Ende des Tunnels

In Waitomo, welches noch kleiner als Rotorua ist, verbachten wir ein paar Tage. Wir schauten uns das Kiwi House Otorohanga an, wo wir sogar unseren ersten Kiwi zu Gesicht bekamen. Ein Bild konnten wir leider nicht machen, da Kiwis nachtaktiv sind und das Gehege so stark abgedunkelt war, dass dies nicht möglich war.

Besonders beeindruckt hat uns die Marokopa Road, die von Waitomo bis zum Strand des Tasmansees führt. Auf dem Weg dahin befindet sich auch der gleichnamige Marokopa Wasserfall. Von der Straße erreichten wir diesen schon innerhalb von fünf Minuten zu Fuß. Die Fahrt führt vorbei an Felsen, Flüssen und Hügeln, die an das Auenland aus Der Herr der Ringe erinnern. Immer wieder hieß es: „Oh schau mal da!“ In manchen Momenten waren wir einfach nur sprachlos zwecks der Schönheit der Natur.

Warum die meisten Reisenden nach Waitomo kommen, liegt allerdings an den zahlreichen Höhlen, die in der Gegend zu finden sind. Wir buchten eine Tour durch drei verschiedene – Aranui, Waitomo und Ruakuri. Die erste beeindruckt vor allem durch ihre Größe und die vielen wunderschönen Stalagmiten und Stalaktiten. Waitomo ist die bekannteste der Höhlen. Dort sahen wir hunderte Glühwürmchen, während wir mit einem Boot durch eine komplett dunkle Höhle schipperten. Ein zauberhafter Anblick und eine Stille. Ruakuri ist besonders tief unter dem Boden und somit relativ kalt. Nimm unbedingt ein Jäckchen mit. Auch hier leben kleine Ansammlungen der leuchtenden Insekten. Ihr kurzes Leben wird damit verbracht, sich fortzupflanzen und andere Insekten anzulocken. Dies machen sie indem sie Spuckefäden von den Höhlendecken hängen. Darin verfangen sich kleine Tierchen. Das leuchtende Hinterteil der Glühwürmchen soll Insekten verwirren. So fliegen sie auf die Spuckefäden zu, da sie denken, das Licht am Ausgang der Höhle gefunden zu haben. Ganz schön schlau diese Glühwürmchen! Wenn zu viele Besucher durch die Höhlen laufen, steigt der CO2-Anteil in der Luft deutlich an. Dadurch verfärben sich die Wände der Höhlen. Es passiert also ab und an, dass Touren abgesagt werden und Besuchergruppen sogar schnellstmöglich die Höhlen verlassen müssen.

Tongariro – eine nie endende Überquerung

Die wohl bekannteste Tageswanderung Neuseelands ist das Tongariro Crossing. Unseren Camper stellten wir am Ketetahi Parkplatz ab. Von dort fuhr uns ein Shuttle zum Mangatepopo Parkplatz. Hier starteten wir die Wanderung über knapp 20 km zurück zum Auto. Am Anfang ist der Weg noch relativ eben und einfach und führt entlang eines kleinen Baches bis hin zu einem Lavafeld. Dann wird es steil! Immer wieder dachten wir, dass wir endlich den höchsten Punkt erreicht hatten. Dann schob sich wieder eine noch höhere Bergspitze in unser Sichtfeld. An einigen Stellen sah es so aus, als wären wir auf dem Mond gelandet. Highlights der Wanderung sind der riesige Vulkan Ngauruhoe, die drei wunderschönen Emerald Lakes und der Rote Krater.

Laut Runtastic legten wir 900 Höhenmeter zurück und befanden uns auf der höchsten Stelle bei 1.877 m. Einige nicht ganz einfache Aufstiege sind zu meistern und ein wenig Wandererfahrung und generelle Fitness solltest du mitbringen. Wenn du keinen Spaß am Wandern hast, können wir dir diese Tour nicht empfehlen. Auch beim Abstieg mussten wir aufgrund des losen Gerölls aufpassen, wo wir die Füße hinsetzen. Auf den letzten Kilometern schmerzten uns die Oberschenkel. Schritt für Schritt kämpften wir uns beim Abstieg durch den Nebel. Als wir endlich bei unserem Camper ankamen, fühlte es sich traumhaft an. Endlich aus den Wanderschuhen in die Flip Flops schlüpfen. Nachdem wir unser Abendessen zubereitet hatten, sind wir 21 Uhr ins Bett gefallen und haben 10 Stunden tief und fest geschlafen.

In der Nähe des Tongariro Nationalparks befindet sich der Taupo See, wo wir bei relativ angenehmen Temperaturen in der Sonne relaxed und im See gebadet haben. Diese Region im Zentrum der Nordinsel hat vieles zu bieten und ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was Neuseeland zu einem der schönsten Länder weltweit macht.

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