Das Leben im Campervan

Nachdem wir einige Tage im wunderschönen Auckland verbrachten, haben wir unseren Campervan bei der Firma Wendekreisen abgeholt. Es gibt unzählige Anbieter und wir hatten von Berlin aus bereits im Sommer 2017 eine ausführliche Recherche betrieben.

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Einleben im neuen Zuhause

Wir sind bisher mehr als zufrieden mit unserem zu Hause auf vier Rädern. Bereits bei der Abholung wurden wir sehr nett begrüßt und eingewiesen. Besonders gefallen hat uns der „Nimm dir was du brauchst Schrank“. Hier lassen andere Camper ihre Überbleibsel an Lebens- und Reinigungsmitteln zurück. Dadurch haben wir schon einige Dollar gespart. Reis, Zwiebeln, Nudeln, Spülmittel, Klopapier und Erdnussbutter mussten wir nicht mehr selbst kaufen. Unser Gefährt ist so hoch, dass wir gut darin stehen können. Es gibt ein Waschbecken, einen Herd, einen Kühlschrank, einen Miniofen und einen kleinen Schrank für Geschirr, Besteck und einige Klamotten. Wir haben ausreichend Töpfe, Pfannen, sogar einen Wasserkocher und Toaster. Im hinteren Teil befindet sich unser Bett, welches wir tagsüber in eine Sitzecke umfunktionieren. Da wir aber auch einen Tisch und zwei Stühle für Draußen haben, sparen wir uns ab und an die Mühen und belassen es beim Bett. Wir fühlen uns in unserem Zuhause pudelwohl und können gut schlafen. Natürlich musst du darauf achten, dass immer genügend Strom, Frischwasser und Gas vorhanden ist. Dies brauchst du zum Kochen oder Abwaschen. Jede dritte oder vierte Nacht müssen wir auf einen Campingplatz, wo es Strom und Wasser gibt. Ansonsten weichen wir auf kostenfreie Plätze aus. Auf diesen gibt es allerdings keine Duschen und da heißt es: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Wir haben sogar eine kleine transportable Toilette, die wir aber nicht benutzen. Diese sauber zu machen, wäre uns dann doch zu eklig. Selbst auf den meisten kostenlosen Plätzen gibt es saubere Toiletten.

Immer optimistisch bleiben

An unserem ersten Tag im Campervan waren wir vom Pech verfolgt. Wir wollten von Auckland nach Tauranga fahren. Dieses schöne Örtchen wurde uns von einer Neuseeländerin empfohlen. Vor Ort haben wir gegen 14 Uhr vergeblich nach einem Platz gesucht, wo wir parken und uns etwas zum Mittag kochen konnten. Nach ewigem Hin und Her fanden wir nichts. Es war mittlerweile fast 16 Uhr und wir hatten seit sieben Stunden keinen Happen zu uns genommen. Als wir über eine Brücke fuhren, lief ganz gemächlich direkt vor uns ein riesiger Hund über die Straße. Alex bremste, schrie auf und es knallte. Ich sah im Rückspiegel noch, dass der Hund nur leicht humpelte. Anhalten war auf der Brücke nicht möglich, da viel Verkehr herrschte. Wir waren beide geschockt und mittlerweile auch sehr schlecht gelaunt. Erstmal anhalten, durchatmen, abreagieren. Es konnte nur besser werden! Das wurde es dann auch, als wir einen Campingplatz in Rotorua fanden, der direkt an einem See liegt. Der Sonnenaufgang am Morgen ließ uns den vorherigen Tag schnell vergessen.

Endstation Idylle

Die meisten Plätze sind umgeben von Flüssen oder Bergen in einem satten Grün – einfach herrlich! Natürlich lernten wir immer wieder nette Menschen kennen. Es kam auch vor, dass wir bekannte Gesichter mehrmals antrafen. Tatsächlich sind die Mehrheit der Reisenden in Neuseeland Deutsche. Denen scheinen wir einfach nicht zu entkommen 😉 Was wir in den letzten Tagen gelernt haben: Nimm dir immer mehr Zeit mit Campervan. Es dauert länger, Essen zuzubereiten oder abzuwaschen. Du musst immer wieder alles aufräumen und verstauen, damit während der Fahrt nichts hin und her fliegt. Wir können sagen, das Leben ist wunderbar entschleunigt. Morgens draußen zu frühstücken und am Abend vor dem Duschen nochmal schnell in den See springen ist der Inbegriff von Freiheit. Ganz nebenbei sind die Fahrten hier unbeschreiblich schön. Nach jeder Kurve erwartet uns ein neuer atemberaubender Anblick. Unser Glücksbringer Ty die Eule ist immer dabei und hat ganz vorne an der Windschutzscheibe den besten Blick auf die Landschaft. Ein Markenzeichen Neuseelands sind die unzähligen glücklichen Kühe und Schafe, die die Hügel zieren. An einigen Campingplätzen gibt es kleine Gemüse- und Kräutergärten, wo wir uns bedienen dürfen. Erst heute morgen haben wir ein Ei von glücklichen Hühnern verspeist.

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