Sieben Länder, vier Wochen

Nur etwa ein gutes halbes Jahr nach der Reise durch Chile und Argentinien entschieden wir uns 2015 für eine Reise durch Mittelamerika. Dabei setzten wir uns ein sehr knackiges Ziel: sieben Länder in vier Wochen. Allerdings war bereits im Vorfeld klar, dass wir nur wenige Tage in Panama, El Salvador, Honduras und Belize verbringen würden. Hauptfokus lag definitiv auf Costa Rica, Nicaragua und Guatemala.

Großstadtleben in Panama City

Am 1. August 2015 kamen wir also in der angenehm warmen Panama City an. Das Hostel „Mamallena“ ist sehr empfehlenswert, auch wenn die Lage nicht ideal ist. Zwei volle Tage in der Stadt waren für uns vollkommen ausreichend. Am ersten Tag schlenderten wir durch die Altstadt Casco Viejo und erfreuten uns an den schönen Kolonialhäusern und den bunten Blumen, die unzählige Balkone verzieren. Danach fuhren wir mit dem Taxi den Amador Causeway entlang – eine schmale Landbrücke, die vier kleine Inseln mit der Stadt verbindet. Dort angekommen aßen wir Ceviche und liefen den Damm Richtung Stadt zurück. Zahlreiche kleine Geschäfte und Restaurants säumen den Gehweg entlang der schmalen Dammstraße. Es dauerte eine Weile bis wir nach etwa 1,5km bei dem berühmten Biodiversität-Museum angekommen sind. Dieses wurde vom bekannten Architekten Frank Gehry entworfen. Das naturwissenschaftliche Museum zeigt die einzigartige Vielfalt des panamaischen Ökosystems auf.

Am zweiten Tag wanderten wir auf den Ancon Hill, von welchem wir einen tollen Blick über die ganze Stadt hatten. Der Aufstieg ist auch für Wandermuffel machbar. Nachmittags nahmen wir den Bus zur wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit des Landes – dem Panama Kanal. Das 82km lange Wassersystem, welches den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, ist eigentlich ziemlich schwer zu bewundern. Aufgrund der Länge hat man keinen Überblick über das gesamte massive Bauwerk. Allerdings war es sehr interessant, die gewaltigen Containerschiffe dabei zu beobachten, wie sie sich von einer Kammer in die nächste bei Höhenunterschieden von bis zu 20m manövrieren. Die Schleuse Miraflores ist dabei besucherfreundlich und bietet zusätzlich ein paar Informationstafeln mit historischen Fakten. Am Abend nahmen wir den Nachtbus Richtung Inselkolonie Bocas del Toro.

Die dreckigsten Füße aller Zeiten

Erst nach langer Busfahrt und kurzer aber rasanter Bootsfahrt kamen wir in der gleichnamigen Hauptstadt der Insel an. Ein Platzregen zwang uns direkt beim Bootsanleger zu bleiben, wo wir uns ein ausgiebiges Frühstück gönnten. Nach langem Ablaufen verschiedener Hostels, die alle voll belegt waren, mussten wir uns mit einer leider sehr dreckigen Unterkunft namens „Coconut Hostel“ zufrieden geben. Mit einem der für Zentralamerika typischen ausrangierten Schulbusse aus den USA fuhren wir zum Boca del Drago. Dieser Strand lockt mit frischen Kokosnüssen und weißem feinen Sandstrand. Pass beim durch das Wasser waten auf, dass du keinen der Seesterne trittst.

Am nächsten Tag nahmen wir ein Boot nach Old Banks auf der benachbarten Insel Bastimentos. Von dort wollten wir zum Wizard Beach laufen. Wir starteten in dem kleinen Dorf vorbei an Schweinen, kleinen Hütten, Hühnern und spielenden Kindern. Der kaum erkennbare Pfad wurde relativ steil und wir liefen direkt durch einen kleinen Friedhof. Der Weg, der nicht wirklich als solcher zu erkennen war, führte uns über Felder, durch dichtes Gestrüpp und Schlammwege. Nach stundenlanger Wanderung und verzweifeltem Fluchen kamen wir an einem einsamen Strand an. Unserer Flip Flops mussten wir uns aufgrund des Matsches entledigen. Am Strand sprangen wir direkt ins kühle Nass. Du musst vorsichtig sein, die Strömung ist extrem stark. Wir verbrachten dort einen wunderbaren Tag. Einsamkeit. Ruhe. Feiner Sand. Rauschende Wellen. Mit einiger Mühe beförderte Alex sogar eine Kokosnuss von einer Palme. Der perfekte Tag im Paradies. Natürlich mussten wir den gleichen Weg wieder zurück. Allerdings ging es etwas schneller, da wir uns nicht ständig verliefen. Im Nachhinein erfuhren wir, dass Wizard Beach aufgrund der Strömung und vieler Diebstähle gefährlich ist. Davon haben wir in unserem kleinen Paradies nichts mitbekommen. Am Abend aßen wir im Restaurant Raw extrem gutes Sushi und Ceviche.

Freche Diebe im Park Manuel Antonio

Der nächste Tag bestand aus vielen Boots-, Bus- und Taxifahrten zur Grenze Costa Ricas und weiter durch das Land bis Quepos. Dort mussten wir noch einen anstrengenden Fußmarsch zu unserem Hostel „Pura Vida“ bewältigen, ehe wir uns endlich in unsere Dorm-Betten fallen ließen. Der kommende Tag war für den Manuel Antonio Nationalpark reserviert und wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben. Anfänglich schien es fast unmöglich Tiere zu sichten. Wir entwickelten mit der Zeit ein Auge für die gut versteckten Wesen – Äffchen, Echsen, riesige Insekten, Krebse und natürlich die berühmt berüchtigten Faultiere. Diese langsamen Artgenossen hingen gemütlich in den Ästen hoch über unseren Köpfen.

Nach einer kurzen Wanderung erreichten wir einen bezaubernden kleinen Strandabschnitt, wo wir uns niederließen. Während wir uns in die kleinen Wellen stürzten, wurden wir von hinterhältigen Dieben bestohlen. Diese öffneten einfach unsere Rucksäcke und machten sich mit unserem Lunch-Paket davon. Alex konnte den Übeltätern in letzter Sekunde ihre Beute entreißen und so unser Mittagessen sichern. Die beiden Biester siehst du im unteren Bild 😉

Zwischen schlechten Eiern und Ticos

Nächster Stopp in Costa Rica wurde La Fortuna ganz im Norden des Landes. Um dorthin zu gelangen, hieß es wieder mehrere Busfahrten hinter uns zu bringen. Beim Zwischenstopp in San Ramon schauten uns die Menschen an, als wären wir gerade mit einem Raumschiff vom Mars gelandet. Wir waren weit und breit die einzigen Gringos – Weiße. In einem sogenannten Soda, ein kleines Restaurants, das vom Staat steuerlich gefördert wird, erfreuten wir uns an landestypischen Köstlichkeiten, die nicht auf Touristen abgestimmt werden. In La Fortuna verbrachten wir die Tage im Nationalpark Arenal, wo wir leider aufgrund von Wolken keinen Blick auf den namensgebenden Vulkan erhaschen konnten. Abends saßen wir gemeinsam mit dem kleinen Hostelhund im Garten des „La Choza Inn“. In einer Bar lernten wir ein deutsches Pärchen kennen und gingen am nächsten Tag mit den beiden in Las Thermalitas, ein Thermalbad inmitten der grünen Landschaft Costa Ricas. Ein wirklich erholsamer Nachmittag inmitten nach Schwefel riechender Pools und glücklichen Ticos. Das ist die liebevolle Bezeichnung der Einwohner Costa Ricas.

Rasante Fahrt nach Nicaragua

In Windeseile ging es auf ins Land Nummer drei – Nicaragua. Der Tag begann äußerst chaotisch. Unser Taxifahrer, der uns 6 Uhr am Hostel abholen und zum Bus bringen sollte, kam erst halb sieben. Somit hatten wir unseren Bus verpasst. Unser verschlafender Taxifahrer raste zum nächsten Ort, wo angeblich ein weiterer Bus Richtung Grenze fahren sollte. Bei dieser Geschwindigkeit bekamen wir es schon fast mit der Angst zu tun. Wir schafften es nach ein paar angespannten Minuten tatsächlich. Am Nachmittag kamen wir in San Juan del Sur in Nicaragua an. Eigentlich sahen wir das Örtchen nur als Übernachtungsmöglichkeit. Nachdem wir am Mercado sehr günstig ein paar Souvenirs kauften, köstliches Eis bei Pitahaya aßen und am Strand einen schönen Sonnenuntergänge beobachteten, haben wir uns aber tatsächlich ein wenig in den Ort verliebt. Bei Gewitter saßen wir am Abend mit der niedlichen Hostelkatze und ein paar Bier auf der Terrasse und warteten gespannt auf die kommenden Tage.

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