Tempel, Affen & Pancakes

Tschüss USA, Hallo Asien

Endlich konnte ich mich ein wenig vom USA-Wahn lösen. Seattle zählt immer noch zu meinen Lieblingsorten. Aber mit meiner ersten Reise nach Asien, war es um mich geschehen. Das Reisen gemeinsam mit meinem Rucksack würde mein Leben für immer begleiten.

Im Jahr 2012 entschied ich mich für mein erstes Ziel außerhalb der westlichen Welt: Südostasien. Da ich noch nie alleine mit Rucksack durch ein solches Land gereist war, sah ich Thailand und Kambodscha als einen guten Start. Die touristische Infrastruktur und die günstigen Unterkünfte nahm ich als arme Studentin als Entscheidungsbasis.

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Angkor Wat, Kambodscha

Spannende Tage in Kambodscha

Im Juli 2012 bin ich dann nach Bangkok geflogen und habe mich dort mit einem Kumpel aus Seattle getroffen. Gemeinsam ging es dann mit einem spontan vor Ort gebuchten Flug erstmal nach Kambodscha. Das kann ich dir wirklich empfehlen – in Südostasien lohnt es sich, einfach zum Flughafen zu laufen und nach freien Plätzen zu fragen. Das ist sehr günstig und noch dazu gibt es dir sofort das Gefühl, ein richtiger Backpacker zu sein. Um genau zu sein, landeten wir dann mit einer Propellermaschine in Siem Reap, Kambodscha und wollten dort für fünf Tage die berühmten Angkor Wat Ruinen besichtigen. Achtung: für Kambodscha brauchst du ein Visum, welches du direkt am Flughafen erhältst und dafür 60 € (Stand: 2012) löhnen musst. Mit etwa 180.000 Einwohnern ist Siem Reap ein für Asien relativ kleines Städtchen. Der Ort überraschte uns mit seinen gemütlichen Gassen, dem bunten Night Market und den schönen Häusern im französischen Kolonialstil. Die Geschichte der Stadt ist ebenfalls mehr als interessant. Bis in die frühen 90er Jahre wurde sie immer wieder von den Roten Khmer in Angst und Schrecken versetzt. Was auch zum Bild von diesem Teil der Welt gehört, sind heruntergekommene Krankenhäuser, die von Menschenmassen belagert werden. Ich kann mich erinnern, vor den Krankenhäusern Schlangen von Menschen gesehen zu haben, die teilweise auf dem Boden kauerten oder die weinend ihre Kinder in den Armen hielten. Das war ein erschreckender Anblick. Vor allem weil ich so etwas vorher noch nie gesehen hatte. Kambodscha ist ein wirklich armes Land und kaum mit dem, was ich in Thailand danach zu sehen bekam, zu vergleichen.

Das Essen in Kambodscha war eine einzige Gaumenfreude! Heiße ordentlich gewürzte Suppen wie Num Pachok zum Frühstück, die besten Bananenpancakes aller Zeiten, die täglich auf meinem Speiseplan standen, die Nationalspeise Lok Lak – Rindfleischstückchen auf Salat und Zwiebeln mit Spiegelei, und und und. Vieles dieser Gerichte könnte ich nun als Vegetarierin gar nicht mehr essen. Allerdings gibt es auch meistens eine vegetarische Variante für die Touris.

Der größte Tempel der Welt

Wofür wir aber eigentlich gekommen waren: Angkor Wat. Bereits am Flughafen lernten wir einen Taxifahrer kennen, der uns zu unserem Guest House fuhr. Dieser war dann für den Rest der Zeit in Siem Reap unser Fahrer. Leider kann ich mich nicht mehr an die genaue Summe erinnern, aber letztendlich hat er uns drei Tage hin und her gefahren und hat umgerechnet nicht mehr als 100 € verlangt. Selbstverständlich hat er obendrauf ein ordentliches Trinkgeld bekommen. Zusätzlich hat er uns viel zur Geschichte der Gegend erzählt. Ich kann dir diese Möglichkeit der Fortbewegung nur wärmstens empfehlen. Sicher haben sich die Preise seit 2012 geändert, aber du bist so einfach sehr flexibel, erhältst spannende Insights von Einheimischen und stehst nicht ständig an Bushaltestellen, die nur alle paar Stunden unregelmäßig angefahren werden.

Für die, die es noch nicht wussten: Angkor Wat ist die falsche Bezeichnung für die gesamte Tempelanlage, die aus mehr als 1.000 Tempeln besteht. Angkor bedeutet Stadt und Wat Tempel. Angkor Wat ist der wohl bekannteste Tempel bei Siem Reap, den kennen die meisten auch von Bildern. Du hast ihn oben auf dem Titelbild sicher auch zuordnen können. Angkor war vom 9. bis 15. Jahrhundert das Zentrum der Roten Khmer. Die gesamte Fläche der Tempelanlagen ist mit 200 km2 enorm. Hier zeigte sich erneut, wie praktisch es, mit einem privaten Fahrer unterwegs zu sein. Ohne ihn hätten wir niemals so viele Teile der Anlage zu sehen bekommen. Dazu gehören bekannte Tempel wie Angkor Thom, Ta Prohm, Bayon und Ta Som. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Besonders begeistert war ich von den Details an den Wänden und Säulen mit wundervollen Reliefs. Bilder sagen in diesem Falle definitiv mehr als Worte. Falls du Interesse hast, die Tempel selbst zu besichtigen, tu dies in naher Zukunft, da viele Touristen auf den Wänden herumklettern, die Reliefs anfassen und die Absperrungen häufig missachten. Außerdem holt sich die Natur die Ruinen unaufhörlich zurück.

Ein fieser Angriff

Klar in den USA und Europa hatte ich bereits viele wilde Tiere gesehen. Gerade in Washington State bin ich immer wieder auf Elch, Büffel und Co. getroffen, aber exotische Tiere kannte ich nur aus dem Zoo oder aus Videos. Dementsprechend war es für mich neu, auf Affen zu treffen. Ich hatte ein Bild von kleinen süßen Tierchen im Kopf und wurde dann am ersten Tag mit einem aggressiven Artgenossen überrascht. Ja ok, ich bin etwas nah an ihn rangegangen, um ein Foto zu machen. Dabei ist der Affe wohl erschrocken und mir ins Gesicht gesprungen. Glücklicherweise ist nochmal alles gut gegangen. Das war auf jeden Fall ein kurzer Schreck und eine lebenslange Lehre 😉 Mein Close-up Foto habe ich jedenfalls nicht bekommen…

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Der Bösewicht (links) kurz vor der Attacke…

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